Da wurde mir ja etwas völlig Falsches attestiert: Natürlich möchte ich unseren Alten und Schwachen nicht gleich das Pillendöschen wegschnappen. Ich möchte lediglich, dass wir mal darüber nachdenken. Denn als Mediziner stehen gesunde Bilanzen für mich immer noch im Mittelpunkt meines Schaffens. Da muss man eben auch so manche Kröte schlucken – besonders wenn das eigentliche Medikament zu teuer ist. Vor allem möchte ich den Hysterikern in der Debatte dazu raten, sich erst einmal eine Tavor einzuwerfen (nur für Selbstzahler) und ein wenig zu entspannen. Jedem Kindergartenkind bringen wir bei, sich seine Süßigkeiten einzuteilen, nur unsere Rentner bekommen die Tabletten hinterhergeworfen? Ich finde das entmündigend. Wie wäre es stattdessen mit einer Lotterie? Oder mit Motivationsschreiben für eine Behandlung? Um Fragen wie diese dürfen wir keinen Patientenbogen machen. Und braucht der 80jährige wirklich noch das kostspielige lebenswichtige Medikament? Neuer Vorschlag: Als Drogenbeauftragter weiß ich, dass es weitaus günstigere Stoffe, z. B. an unseren Bahnhöfen, zu kaufen gibt, die ebenso effizient verschallern und nebenbei die Kassen schonen. Gerade wenn es für die Alten bald in die Kiste geht, sollten wir Jüngeren doch auch mal outside the box denken dürfen. Findet Ihr: Prof. Dr. Hendrik Streeck »Nur für Gäste« – die neue Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter. Ab jetzt jeden Mittwoch nur bei TITANIC! Beitragsnavigation Neue Erkenntnisse über unsere Urahnen Auf Herz & Niere geprüft