Bibelfest

Ich habe letztens geträumt, dass ich Teil einer christlichen Punk-Band war. Unser größter Hit: »Jesus muss sterben, damit wir leben können«.

David Sowka

Krass, krasser, Kasse

Wenn ich im Alltag mal wieder einen Kick suche, gehe ich kurz nach Feierabend oder samstags bei einem Discounter einkaufen. Finde ich dort eine richtig lange Kassenschlange vor, stelle ich mich nicht etwa an, sondern lege meine Einkäufe auf die nicht besetzte Kasse daneben. Hier beginnt der Nervenkitzel: Werde ich wie der letzte Idiot erfolglos auf die Öffnung der neuen Kasse warten oder wie ein allwissender Gott über den gewöhnlichen Einkäufern schweben? Mehr Spannung geht nicht. Anfängern rate ich allerdings, sich erst nach dem Schrillen, mit dem im Supermarkt Kollegen gerufen werden, an der leeren Kasse anzustellen. So kann man sich mit ein paar sicheren Erfolgen langsam an das freie Anstellen herantasten.

Karl Franz

Schattenseite des Longevity-Trends

Ob ich mit fast 60 noch mal Vater werden sollte? Puh, wenn das Kind 100 ist, bin ich schon 160!

Martin Weidauer

Ungenießbar

Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird einem ja wieder überall Tee angeboten. Ich kann das Zeug einfach nicht trinken. Egal wie viel ich von dem brühheißen Wasser nachgieße, ich schaffe es einfach nicht, den Beutel im Ganzen herunterzuschlucken.

Leo Riegel

Sprachchanges

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Wir verwenden in der deutschen Sprache immer öfter Anglicisms.

Jürgen Miedl

Nachmittagstraum

Im Traum war ich der schlaue Fuchs aus der Werbung der Schwäbisch-Hall-Versicherung. Ich traf hier und da mal ein Reh oder einen Uhu. Manchmal begegnete ich Schnecken, denen ich Reihenhäuser aufschwatzen wollte. Die Schnecken gaben mir den Tipp, bei Gleichgesinnten zu akquirieren, Stichwort Fuchsbau und so, sie selber hätten ja alle schon ein Haus am Arsch. Irgendwann, so genau weiß ich es nicht mehr, traf ich wohl einen Förster, Jäger oder Waldarbeiter, dessen Bruder bei einer Bausparkasse arbeitete und der mir erzählte, die würden ein Tier für die Werbung suchen. Ich hatte dann richtiges Glück, dass Schwäbisch Hall mich genommen hat, denn der andere Fuchs, der zum Casting vor mir da war und eigentlich aufgrund seiner Schlagfertigkeit viel geeigneter gewesen wäre, hatte Gott sei Dank die Tollwut und wurde direkt, in meinem Beisein übrigens, eingeschläfert. Ich wurde dann aber direkt wach.

Uwe Becker

Generation V

Meine fast 87jährige Mutter studiert den Fernsehteil der Tageszeitung. »Der Film würde mich glatt interessieren. Hier steht, der läuft in der ARD-Mediathek. Aber blöd, dass sie keine Uhrzeit dazuschreiben.«

Tobias Jelen

Bündnis 90/Die gähnen

Neulich bei der großen TITANIC-Themenkonferenz. Es geht um die Rücktritte bei den Grünen und die Nachfolge von Ricarda Lang und Omid Nouripour. Leo Riegel: »Wer könnte denn in der Parteispitze nachrücken? Wie heißt die eine Fraktionsvorsitzende? Die vielleicht?« – Hans Zippert: »Dröge.« – Riegel: »Ja, schon. Aber irgendwas dazu sollten wir im Heft haben.«

Torsten Gaitzsch

Was muss, das muss

Der berühmte Kaffeewirkstoff Koffein ist, wie ich kürzlich lernte, ein Purinalkaloid, und das uralte Wissen, dass diese chemischen Verbindungen unter anderem eine harntreibende Wirkung haben, steckt ja quasi schon im Namen.

Mark-Stefan Tietze

FOMO gone wild

Na toll, schon wieder einen Trend nicht mitbekommen, dachte ich, als ein Freund über einen Bekannten zu berichten wusste: »Der kämmt Wild.« Nach dem Hype um Alpaka-Wanderungen wunderte mich dieses neue Konzept aber nicht. Vielmehr sah ich gedanklich schon die Städter, wie sie mit entrückten Gesichtern Reh und Wisent entspannt durchs Fell bürsten. Erst als ich recherchierte, ob’s das auch in meiner Nähe gibt, bemerkte ich meinen Verhörer. »Meintest du: Wildcampen?«

Loreen Bauer

Daniel Düsenimitat

Habe eine sensationelle Erfindung gemacht, war aber schon wieder nicht der Erste: ein Bett, in dem man beliebig lange liegen bleiben kann. Meine Frau zerstörte meine Illusionen. Das gebe es schon, sagte sie, man nenne es Sarg.

Theobald Fuchs

Guilty Pleasure

Zum Entkalken unseres vom Kölner Rheinuferfiltrat verlässlich heimgesuchten Wasserkochers habe ich jetzt zum ersten Mal den Saft einer selbst ausgedrückten Bio-Zitrone genutzt. Und ich muss sagen: Es roch nicht nur frisch, sondern fühlte sich für einen kurzen Moment nach einer Erscheinungsform ökosnobistischer Dekadenz an, die ich den Nachgeborenen gegenüber so gerade noch verteidigen würde.

Norbert Behr

»Klima«-Anlage

Zwei Gründe lassen mich fast davor zurückschrecken, ein heißes Eisen von einer Frage zu stellen: Erstens mag sie in den aufgeheizten Debatten die Gemüter zusätzlich erhitzen, zweitens erscheint es in Post-Truth-Zeiten sinnlos, noch falsche Ausdrücke zu berichtigen. Doch weil mittlerweile eh alles egal ist, frage ich dennoch: Müssten Geräte zur Raumtemperatur-Regulierung nicht eigentlich Wetteranlagen heißen?

Andreas Lugauer

Beim Gassigehen mit meinem Hund

»Oh, habe ich schon lange nicht mehr gesehen: ein Dalmatiner.« – »Oh, habe ich schon lange nicht mehr gesehen: 101 Dalmatiner.« 100 zu 0 und ein vergnüglicher Fernsehabend für mich!

Daniel Sibbe

In der DACH-Region

Was sagt die gleichgültige Maklerin, die nur in Anagrammen sprechen kann? »Egal, egal, egal!«

Laura Brinkmann