Der ehemalige Fußballprofi und jetzige Fußball-TV-Experte Christoph Kramer hat ein Buch geschrieben, »einen Jungsroman über Freundschaft, über die erste Liebe, den ersten Kuss … ein sehr schönes, tschickartiges Roadmovie« (Volker Weidermann, Die Zeit). Wir haben für Sie die Stellen herausgesucht, die uns und Volker Weidermann am besten gefallen haben.

»Ich war voll fokussiert auf den ersten Kuss, habe den zweiten und dritten bewusst ausgeblendet. Du musst immer von Kuss zu Kuss denken.«

»Es war der erwartete schwere Kuss, aber ich konnte meine optimale Leistung abrufen, habe geliefert. Jetzt nicht nachlassen, am Samstag geht’s zur Auswärtsbegegnung bei Debbie zu Hause, da gilt es, nachzulegen, die Leistung vom letzten Kuss zu bestätigen.«

»Debbie küsst brutal gut, aber ich konnte dagegenhalten, hatte starke Umschaltmomente mit der Zunge, die ich besonders in der Schlussphase einige Male gefällig in Szene setzen konnte. Das knüppelharte Training mit U-15-Coach Neururer hat sich am Ende des Tages ausgezahlt.«

»Debbie lässt mich neuerdings auf der Bank schmoren, kommt trotz meiner Top-Leistungen nicht zum Treffpunkt im Park. Hat sie mich aussortiert, weil ich zu offensiv agiert habe in der Begegnung mit der Hertha aus der 9b?«

»Debbies Beraterin (ihre Freundin Jasmin) hat mir in der Pause klar kommuniziert, dass ich in Debbies Planungen keine Rolle mehr spiele, sie sei bereits in konstruktiven Gesprächen mit dem Jahn (so ein zweitklassiger Typ aus der 10a, der aus Regensburg an unsere Schule gewechselt ist, und ihr Turnvater sein könnte). Ich solle mich nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. Brutal!«

»Sondiere aktuell die Optionen, aber nachdem ich bei Debbie zuletzt gar nicht mehr zum Zuge kam, ist mein Marktwert drastisch gesunken. Ich weiß natürlich um meine Qualität, darf mich jetzt nicht aus Torschusspanik unter Wert verkaufen. Das Fenster ist offen bis zum 31.8., dann will Hertha eine Entscheidung.«

»Ich klaue mit meinen Kumpels Maik Klingenberg und Rocco Reitz, Spitzname Tschick, einen Toyota Corolla, und wir fahren in die Walachei zum wichtigen Conference-League-Spiel bei Steaua Bukarest. Ich zünde mir eine Zigarette an und muss daran denken, dass ich in fünf Jahren wahrscheinlich Fußballprofi bin und dann einen blöden Porsche fahren und alberne Uhren kaufen muss, und das zieht mir irgendwie komplett den Stecker. Ich setze Maik und Tschick vor der Arena Națională in Bukarest ab, fahre spornstreichs nach Zürich und schwöre mir, dass ich statt Grasshopper einfach nur Grass oder so jemand werde, das wäre doch auch megakrass.«