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Wer in diesen Wochen soziale Medien nutzt, kennt die Videos: Menschen strömen massenhaft an schöne Badeplätze und springen ins Wasser. Was bewegt diese Menschen? Und was hat es mit dem Gegentrend zum Winterschwimmen auf sich? Antworten auf diese Fragen sucht Junior-Reporter Ronnie Zumbühl am Aare-Ufer in Bern.

Es ist Anfang Juli, die Luft oberhalb des Bootsstegs an der Aare in Bern flirrt. Es riecht nach Sonnencreme, genauer: nach der, mit der ich mich am Morgen eingecremt habe. Normalerweise liegt hier Schnee, wenn ich baden gehe, doch der hat sich weit in die Berge hinauf zurückgezogen.

Um 10 Uhr schlurft eine Gruppe junger Männer heran. Die Jungs brüllen wild herum und schlagen sich. Ein Spiel? Aufregung? Oder eine bewusste Anregung des Herz-Kreislauf-Systems? Nachdem sie ihre Füße von Sportsocken und Adiletten befreit haben, setzen sie sich Rentiermützen auf, waten in den Fluss und johlen weiter. Immer wieder ziehen sie ihre Bäuche ein, was auf bewusste Bauchatmung hindeutet. Zudem spritzen sie sich gegenseitig an, um sich an die Wassertemperatur zu gewöhnen. »Wir machen das schon seit der Fünften«, sagt Levi, einer der jungen Männer. »Damit haben wir einen Trend gesetzt, der immer mehr Leute begeistert.« Dann stellt er den Timer auf drei Stunden.

Ich selbst bleibe lieber trocken und halte testweise das Thermometer ins Wasser: 23 Grad Celsius! In der Zwischenzeit entdecke ich ein Schild am Fluss: »Goethe war hier.« Normalerweise schenke ich solchen Schildern keine Beachtung, doch bleibe ich an der…