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Olymp

Griechenland

Die griechischen Inseln stellen für viele Prominente einen attraktiven Alterssitz dar. Das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt, kann man sich sogar ein privates Eiland als Stätte des letzten Frühlings erkiesen.

Göttervater Zeus, »850 000 Jahre jung, abgerundet«, wie er sich bei unserem Besuch zwinkernd vorstellt, gibt sich mit dem Festland zufrieden, mit den Bergen gar. Im Grenzgebiet von Zentralmakedonien und Thessalien verzichtet der rüstige Senior gerne auf Prunk. »Hier kenn ich mich aus, hier taugt’s mir. Die anderen haben sich zwar alle aus dem Staub gemacht, aber ich fühle mich noch immer mit dem Olymp verbunden.« Tatsächlich ist 2010 – auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise – mit Hermes das letzte Mitglied des olympischen Pantheons weggezogen. »Nach Rom ist er geflogen, nennt sich dort jetzt Mercurius … na ja, jeder nach seiner Fasson.

Bei meinen Kindern verstehe ich das natürlich, die wollen sich halt irgendwann abnabeln. Wirklich schade ist es um Hera, die mochte ich am meisten.« Zeus streicht sich versonnen durch den Bart. Dabei schließt er seine Augen, brummt genüsslich, murmelt schließlich »Entschuldigen Sie mich einen Moment, ich muss mal wohin« und schnipst uns ins Tal.

Als wir wieder nach oben gekraxelt sind, müssen wir den Eintritt von 200 Drachmen erneut entrichten. (Den Euro lehnt Zeus als überzeugter EU-Gegner ab.) »Meine Rente reicht hinten und vorne nicht!« verteidigt sich der Himmelsboss. »Die Gebühren für die Besichtigung dieses Massivs sind das einzige, wovon ich mir eine gelegentliche Dose Ambrosia leisten kann. Ich sollte Lizenzgebühren von diesen ganzen Gyros-Brutzeleien verlangen, die sich mit meinem Namen schmücken. Aber ich habe es ja nicht anders gewollt! Als ich gesehen habe, wie beliebt dieser uruguayische Expräsident Pepe war, der unter ärmlichen Verh…