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Das Erste, was sie bemerkte, war das Brummen, ein enervierender niederfrequenter Dauerton. Leuchtstoffröhren. Wie lange mochten die wohl schon brennen? Sehr lange, länger jedenfalls, als es die schwachen Lämpchen je könnten, die bald in sämtlichen deutschen Behörden glimmen würden, ginge es nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit dessen Überarbeitung die Grünen ihr seit Monaten auf den Wecker fielen. Zumindest stellte sie sich vor, dass bei der Novelle auch Beleuchtungsfragen eine Rolle spielten; gelesen hatte sie die ihr vorgelegten Schriebe noch nicht. Aber war das hier überhaupt eine Behörde, ihre Behörde?

Katherina Reiche sah sich um, tat vorsichtig zwei Schritte nach vorn. Gänge, Abzweigungen, hier und da eine Tür. Hinter sich wusste sie eine glatte Wand, durch die war sie hier hereingekommen. Moment, das musste sie noch einmal ausformulieren: Ich bin durch die Wand hier reingekommen? Hindurchgeglitten wie durch kanadisches Flüssiggas, obwohl die Mauer doch – eine Mauer war? Sie war davongerannt, fiel ihr ein, vor einer lästigen Pressemeute. Dann war sie in einen Trakt des Ministeriums geraten, den sie nicht kannte, schritt durch einen irgendwie unheilvollen Korridor, tastete sich die Wände entlang, bis sie durch die spießige Tapete stolperte. Immerhin die voreingenommenen Medienfritzen hatte sie abgeschüttelt.

Was war das für ein Ort? Mit seinem zwischen warmweiß und kaltweiß oszillierenden Licht und der menschenfeindlichen Innenarchitektur wirkte dieser fensterlose Komplex wie ein Relikt aus der Bonner Republik. Oder etwas aus einem beliebigen Amt, be…