Offenbacher Anthologie (26) BRINDUSI SORANA NEACSU VOM UND ZUM KUCKUCK! Nie aufgegeben. Nieindifferent geworden. Nie das Handtuch geworfen. Nie die weiße Fahne geschwenkt. Nie einen Fußbreit den Herrschenden. Nieauch nur eine Stufe zurück auf dem Weg. Nie auch nur im dunkelsten Schlafe erwogen: Sie unsre kleine Ana, lasse sich taufen. Sieunsre Enkelin, gehe, ich bitte Siezur christl. Kommunion! Sie bekam uns zu spüren. Sie: Werkzeug der Häre-Sie Man neige den Kopf zur Rechten und schaue mit halbgeschlossenem Auge auf diese 1970 veröffentlichten Verse… und schon sieht man die geschwungene Spitze jenes Füllfederhalters, mit dem die rumänische Kommunistin ihrer vom linken Glauben abgefallenen Nichte, wie sie später neckend schrieb, “den Rücken akupunktierte”, derweil ihr Mann und Kampfgefährte Nicolae die Hand des Mädchens “drückte mit aller Kraft unserer Arbeiter und Bauern” – und so weiß man nicht recht, mit wem man tiefer fühlen soll und will in dieser exemplarisch konkreten Poesie der einstigen Parteioberin Neascu. Lesen sollte man die vom Wagenbach-Verlag besorgte zehnbändige historisch-kritische Gesamtausgabe aber allemal, schon wegen der zahlreichen und sorgfältig erläuterten Fotos, die den Leser so tief wie schonend in diese “gute alte Zeit” zurückversetzen.ALICE SCHWARZER Beitragsnavigation Überraschung am Lerchenberg Wildbach-Toni: Wilderer