00 00 Stilfrage Ich trage aus Prinzip keine Markenklamotten, mein Freund geht die Angelegenheit viel spielerischer an: Als uns auf der Strandpromenade eine junge Dame entgegenkam, die ein T-Shirt mit der Aufschrift »Super Dry Beach« trug, rief er ihr begeistert zu: »Ich möchte lösen: Wüste!« Katinka Buddenkotte Wiedersehen »Wir haben uns ja ewig nicht gesehen! Komm, laß uns ein Bier trinken und über die alten Zeiten schweigen!« Teja Fischer Witz aus dem Jahr 1952 Ein über und über tätowierter Herr geht in die Sauna (Bild 1). Bild 2: Aus der Sauna dampft’s und qualmt’s! Bild 3: Der jetzt vollständig untätowierte Herr stiehlt sich verschämt aus der Sauna, aus der Türe fließt eine große, blaue Pfütze heruntergeschwitzter Tattoos, dazu von innen noch eine erhobene, zum Teufel jagende Faust. Ende. Zeichnerisch recht anspruchsvoll, daher auf diesem Wege. Elias Hauck Erdkunde Iller, Lech, Isar, Inn fließen rechts zur Donau hin. Mississippi, Kongo, Po fließen echt ganz anderswo. Christoph Eisinger Klappentextauszug »…erzählt die Geschichte einer Frau, der Erfolg und Ruhm zu Kopf steigen, die Familie und Freunde zugunsten von Geld und Karriere verrät, die im Morast aus Drogen und Sex unterzugehen droht und die letztlich einsehen muß, daß sie alles richtig gemacht hat.« Cornelius Oettle Altmodisch Angehörige meiner Generation – ich bin Jahrgang 1975 – nutzen Social-Media durchaus intensiv. Sie gehen allerdings ganz anders damit um als die Jüngeren. Ich erkenne das vor allem daran, daß meine Facebook-Posts zwar sehr oft geliket werden – aber meist nur telefonisch oder per Brief. Andreas Maier Gattungsdefinition Zwei Formen, ein Werk: Oper ist Biathlon für Bildungsbürger. Tanja Schmid Kein schöner Tod Ich würde sehr gern, genau wie viele andere Leute auch, in meinem eigenen Bett sterben. Allerdings wird es dann leider ganz sicher nicht beim Sex sein. Uwe Geishendorf Bereitschaftswitz, der Im Gegensatz zum Treppenwitz – der einem einfällt, wenn es zu spät ist – handelt es sich beim Bereitschaftswitz um eine geistreiche Bemerkung, welche man schon lange parat hat, für die sich aber nie die passende Gelegenheit ergibt. Robert von Cube Nährwertkonservativ Man kann über heutige Veganer sagen was man will, die Butter lassen sie sich jedenfalls nicht mehr vom Brot nehmen. Dominik Wachsmann Isso! Ein Morgen ist auch nur ein Abend mit Licht an. Peter P. Neuhaus Wohnideen Originalbilder können auch zu Hause auf verschiedene Art wirkungsvoll in Szene gesetzt werden: Es gibt die Petersburger Hängung, die Reihenhängung, die Kantenhängung. Weniger bekannt ist die Soziale-Kontroll-Hängung. Dabei handelt es sich um Nägel in der Wand, an denen kurzfristig und temporär begrenzt die Bildergaben der zu erwartenden Besucher aufgehängt werden. Miriam Wurster Wehret dem Stillstand! Zwei alte Frauen stehen an der Ecke und ratschen. Die eine jammert lang und breit über die Enkel, die nur noch im Internet unterwegs seien. Überhaupt, diese Computer, ein Teufelszeug. Sagt die andere: »Na ja, ob die Welt besser wird von dem Dingszeug, weiß man nicht. Aber wenigstens wird’s anders.« Theobald Fuchs Noch ohne Businessplan Genug des prekären Herumgeschreibes – ich eröffne einen philosophischen Drogeriemarkt. Dort wird es unter anderem Zahnpasta namens »TranszenDental« geben (gegen Wittgenzahnstein), Stahlbadlotionen in allen Geschmacksrichtungen, den Badreiniger »Hui Klo« sowie, um das Ganze etwas messianisch anzugehen, ganz viel »Gloria in excelsis-Deo«. Natürlich auch Bücher, wie »Aufweichsysteme 1800/1900« (Kittler) oder »L’archéologie du savon« (Foucault). Kommen Sie vorbei! Adrian Schulz Schopenhauer für Meteorologen Der April kann bekanntlich tun, was er will. Aber kann er auch wollen, was er will? David Schuh Christliche Dialektik Seltsam, dachte ich, als ich neulich Werbung mit der Zeile »Mit Flixbus zum Kirchentag« entdeckte. Genau so stelle ich mir die Hölle vor. Fabian Lichter Probleme im 2. Akt Ich arbeite momentan an einem Drehbuch, habe aber eine üble Blockade und komme partout nicht weiter. In der betreffenden Szene geht es um zwei halbnackte Brünette, die sich auf dem Sofa zusammenkuscheln und plötzlich Hunger bekommen. Als der Pizzabote klingelt, merken sie, daß sie nicht nur nichts zum Anziehen, sondern auch absolut kein Geld haben. Wenn irgend jemand eine Idee hat, wie die Story weitergehen könnte, wäre ich überaus dankbar für Vorschläge! Wanja Lindenthal Adrenalinrausch April 28, 2017 Um den alltäglichen Lebensmittelkauf etwas spannender zu gestalten, habe ich mir das »Partisanen-Shoppen« ausgedacht. Dazu gehe ich alle paar Wochen in einen größeren Supermarkt und versuche, meinen Wocheneinkauf nicht aus den Regalen, sondern ausschließlich aus fremden Einkaufswagen zu bestreiten. Als kleiner Mann von der Straße muß man sich den Rausch nehmen, wo man ihn findet. Karl Franz Beitragsnavigation Briefe an die Leser | Mai 2017 Mai 2017