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Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Dies und das (nicht)

admin

Ein Text ist ja immer alle Texte, die man nicht schreibt, und also will ich mich heute nicht schon wieder des Geschreis wegen „sprachpolizeilicher Aktivitäten“ annehmen, das selbst so gebildete Männer (aber eben meistens: Männer) wie Thomas Steinfeld (SZ) und Peter Eisenberg (Linguistik) erheben, weil sich die Praxis durchsetze, „noch jedem ,Straftäter’ eine ,Straftäterin’ an die Seite zu stellen“, ach Gott; als wäre Polizei nicht das, was die Regeln durchsetzt, und wer setzt fürs Milieu die Regel durch, daß gemischtgeschlechtliche Gruppen unters männliche Rubrum fallen? Herr Steinfeld und Herr Eisenberg. Bin ja selbst Sprachpolizist (wenn auch einer ohne Knarre und Mandat), und ich erkenne einen, wenn ich ihn sehe. Und was den „zunehmend ideologischen Gebrauch der Sprache“ angeht, könnte Steinfeld zunächst einen Zettel in die Redaktion hängen lassen mit jenem zunehmend, sogar „massiv“ (Steinfeld) hirnverengenden Orwell-Vokabular, das seine Zeitung erst mal meiden soll, bevor’s wieder gegen irgendwelche Genderfaschist*innen geht.

Was ich hier auch nicht leisten will, ist, dem alten Adorniten, in dessen Mailverteiler ich (was gar nicht stört) geraten bin, den Wunsch zu erfüllen, es möge endlich mal einer den Oliver Welke und seine „Heute Show“ abwatschen, denn erstens hat das Kollege Mentz bereits getan („ein Eventmanager vom Sportfernsehen“), und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob mir Welke nicht sogar ein bißchen leid tut. Er tut so gerne, was er tut, man sieht’s ihm an, aber er weigert sich zu sehen – oder sieht es ganz im Ernst nicht –, daß es auf der Welt nichts Affirmativeres, herrschaftsideologisch Aufgeladeneres gibt als Sport/Fußball und daß es, nicht moralisch, sondern handwerklich, nicht aufgehen kann, wenn ein Champions-League-Grüßaugust (und sei’s ein freundlicher) Satire gegen die da oben vorträgt. „Drei Mann in einem Raum, da ist schlecht Fotze lecken“ (Helge Schneider). Es geht schlicht nicht.

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