Norwegisch-schwedisches Grenzgebiet Norwegen/Schweden Norwegens von Urwald, Sümpfen und mächtigen Fjells durchdrungener Norden fristete lange Zeit ein Schattendasein, besonders während der Monate der Mitternachtssonne. Um den Tourismus anzukurbeln, hat sich das Fremdenverkehrsamt der Provinz Troms ein beliebtes Gimmick aus Korea zum Vorbild genommen: Dort gibt es seit 1953 bekanntlich die Demilitarisierte Zone, die von dummen Reisenden besucht werden kann und mit Attraktionen wie ritualisiertem Säbelrasseln, Anstarrduellen zwischen Soldaten aus Nord und Süd, stillgelegten Tunneln, Propaganda-Beschallung und Müllballons lockt. Analog dazu wurde nun an der Grenze zu Schweden eine Militarisierte Zone installiert. In diesem Gürtel »bekriegen« sich die traditionell eher freundschaftlich verbundenen Nationen auf spielerische Weise. Jeden Morgen Punkt fünf ruft ein norwegischer Ranger mit dem Megaphon ein dreimaliges »Rentierficker!« in Richtung des östlichen Nachbarn, worauf sein schwedisches Pendant erwidert: »Selber Rentierficker!« Gegen Mittag werfen die Konkurrenten dick verpackte Lebensmittelpakete mit leicht das Haltbarkeitsdatum überschritten habenden Spezialitäten des eigenen Landes in das feindliche Gebiet – und zwar über einen Jägerzaun, der in den Farben des Unionsfeldes von 1844 angemalt ist und somit Erinnerungen an den schwedisch-norwegischen Flaggenstreit provoziert. Abends gibt es einen Dance-off, bei dem die beiden Widersacher ihre jeweilige regionale Polkavariante aufführen, bis einer von ihnen vor Erschöpfung zusammenbricht. Dass die Mili… Beitragsnavigation Sommerbaden: Gegen den Strom Letzte Worte von Evelyn Palla