Interview mit dem Mainzer Parteienforscher Prof. Jürgen Falter über den hessischen Wahlkampf, Angela Merkel und den Kommunismus TITANIC: Angela Merkel warnt vor einer Rotfront in Hessen. Wie schätzen Sie die Chancen dieser Kampagne ein?Jürgen Falter: Sie ist dabei, die Schraube zu überdrehen. Sehen Sie: Wenn man mit Roten tagtäglich zusammenarbeitet, mit Roten und Grünen Freundschaften schließt, früher selber rot war und die rot-grüne Politik der Enteignung der Unterschichten im Prinzip bruchlos weiterführt – wen will man dann mit sowas noch schrecken? TITANIC: Aber ist in Deutschland die Angst vor Kommunisten nicht traditionell so ausgeprägt, daß man damit Wahlen gewinnen kann?Jürgen Falter: Ja, aber Kommunisten, ich bitte Sie. Wo gibt es sowas denn noch? TITANIC: In Hessen?Jürgen Falter: Scherzkeks, da bin ja eher ich noch Kommunist. TITANIC: Aber ist Kommunismus denn nicht überall da, wo man – Stichwort Nokia – die grundlegende unternehmerische Freiheit, Subventionen zu empfangen, beschneiden will? Bei Herrn Rüttgers zum Beispiel?Jürgen Falter: Sehen Sie: Für mich persönlich wäre dieser Kommunismus nichts, dazu bin ich einfach viel zu wohlhabend, aber für junge oder alte Leute ohne jede Perspektive – warum nicht?! Beitragsnavigation GEZ-Gebühren steigen Weltlage aktuell