Zwei, fünf, sieben

Wie zu einem Traum erwacht, ging ich in die Küche oder war schon da. War es ein religiöser Akt? Ich wusste gar nicht, dass ich es war. Die Küche aber kannte ich aus Träumen. Es sollte eine aus der Kindheit sein, was jedoch nie bewiesen wurde. Vor einer später hinzugefügten Anrichte traf ich meinen längst verstorbenen Großvater als etwa Sechzigjährigen an. Er gab mir ein paar Geldscheine von geringem Wert. Trotzdem dankte ich ihm leutselig. Ich wollte ihn damit leichter loswerden, das Geld konnte ich ja wegwerfen. Zuletzt vertraute er mir an: „Zwei, fünf, sieben.“ So kannte ich meinen Großvater nicht. Der Ernst, mit dem er die Zahlen nannte, bewog mich dazu, sie zu notieren, weil ich sie sonst Sekunden später unweigerlich vergessen hätte. Daran erkannte ich mich ohne jeden Zweifel. Meinen Großvater sah ich dann nicht mehr, doch die Wände der Küche waren von Nacktschnecken bedeckt. Es war kein Tag, um zu kochen.


Eugen Egner sucht einen Verlag

für seinen neuen Prosaband (und überhaupt)

Eugen Egner gilt als bedeutendster lebender Vertreter der deutschsprachigen Groteske und ist zudem Schöpfer eines entsprechenden bildnerischen Werks. Der renommierte österreichische Phantastik-Spezialist Franz Rottensteiner über Eugen Egners Texte: “Ihm fällt immer wieder etwas Neues ein, auf das der Leser nicht gefasst ist, selbst, wenn er schon einiges von diesem Autor gelesen hat. Es gibt wirklich keinen anderen mir bekannten Autor, in dem sich der Wahnwitz so geballt und doch so abwechslungsreich findet wie bei Egner, dessen Bücher ein intellektuelles Vergnügen für alle sind, die die Komik des Absurden genießen können.” (Quarber Merkur 123)

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