Heute: Brot Was reimt sich auf Tod und Kot? Richtig: Brot. Herzlich hinein in die ödeste Speise der Welt, den schwerfälligen Elefanten im Raum der Überschätzungen, den kulinarischen Endbahnhof. Die sogenannte deutsche Brotkultur zählt über 3000 Sorten, und trotzdem schafft es keine einzige, Eindruck zu hinterlassen. Brot ist ein fahles Spektrum zwischen Styropor, Sand, Wasser, Raufasertapete und zusammengeleimtem Körnerschrot. Das Aroma reicht dabei von geschmacksneutraler Watte bis zu säuerlichem Graukarton. Brot ist der tote Winkel jeder fühlenden Seele, eine akzeptable Notlösung aus finstereren Zeiten, die sich zu Unrecht bis heute gehalten hat. Das einzig Gute an Brot ist, dass man andere (leckerere) Sachen drauflegen kann. Dennoch wäre es besser, Brot aus sämtlichen Speiseplänen der Welt zu streichen, und es fortan nur noch als Stoßdämpfer, Bausubstanz oder Vogelfutter zu verwenden. Ein weiteres Argument dafür sind die ganzen Sauerteig- und Bananenbrot-Leute im Internet, die ihre unförmigen Mehlklumpen wie stolze Eltern in die Kameras halten, als würde es irgendwen interessieren (»Aber diese RÖSTAROMEN in der RINDE!«). Außerdem ist Brot auch bekannt als »hartes Bier«, und spätestens da sollte jede*r merken, dass dies nichts Gutes heißen kann. Dass Brot etwas Feines und Komplexes ist, ein Fachgebiet, mit dem sich ganze Berufsgruppen beschäftigen, ist eine kollektive Lüge, auf die wir uns alle eingelassen haben. Noch ist es nicht zu spät, damit aufzuhören. Beitragsnavigation Lindner vs. TITANIC: Chronologie eines Justizskandals Vorschlag zur Güte #57