Sie haben es vielleicht verfolgt: Meine Zeit als Entrepreneur und Gründer von Wirecard war von etlichen Turbulenzen geprägt. Wie viele Unternehmer habe auch ich Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt. Deutschland ist ein schönes Land. Grüne Wälder, blaue Seen, schwarze Konten – so weit, so traumhaft. Doch es hat auch seine Schattenseiten. Als in einem meiner toten Briefkästen aus welchen Gründen auch immer das erste Mal ein Steuerbescheid gelandet ist, haben mir nur noch die Ohren geschlackert. Ja, manchmal hatte ich das Gefühl, als Unternehmer wird man in Deutschland regelrecht bekämpft, polizeilich und steckbrieflich verfolgt und ja: kriminalisiert. Wer in Deutschland einen einfachen global agierenden Finanzdienstleister auf die Beine stellen will, der muss sich an der Krawatte durch die Manege ziehen lassen und sich nackig machen wie eine Moskauer Dirne. Wer sich für Land und Leute interessiert, wird als Spion verunglimpft. Was ich auf die harte Tour lernen musste: Am Ende geht es auch in der Finanzbranche nur noch ums Geld. Für einen wahren Macher sind das natürlich alles nur Learnings für die Zukunft. Da kann es nur heißen: aufstehen, Staub abwischen, Identität wechseln. Trotz allem konnte ich aus meiner Zeit bei Wirecard schließlich viel für mich mitnehmen. Ich lebe und zahle bis heute davon meinen Champagner und die leckeren Pelmeni hier in meinem Stammlokal. Näheres kann ich Ihnen dazu leider nicht sagen. Jungen mutigen Gründern wünsche ich jedenfalls viel Kraft, Ausdauer und gute Connections. Prost! Gezeichnet: Jan Marsalek »Nur für Gäste« – die neue Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter. Ab jetzt jeden Mittwoch nur bei TITANIC! Beitragsnavigation Vorschlag zur Güte #83 Alle sind eine Insel