Jürgen Todenhöfers kürzlich erschienene Autobiografie heißt »Und folgt Dir keiner, geh allein«. Der übliche Klimbim, könnte man meinen. Dabei folgt ihm auf Facebook tatsächlich fast keiner, nur knapp 660 000 Menschen. Auch zum Interview über das neue Buch kommt er allein, im Gefolge nur Sohn Frédéric Todenhöfer, also niemand. »Zum Übersetzen«, sagt dieser, »Papa spricht nur noch Paschtu, aus Protest gegen die Arroganz des Westerns«. Des Westerns? »Ein Übersetzungsfehler«, übersetzt Todenhöfer junior widerwillig, »meines missratenen Sohnes, ich meine natürlich die Westen.« Die Arroganz der Westen? »Nein, Herrgott, ich meine die Arroganz des WESTENS«, platzt es auf Deutsch aus Todenhöfer senior heraus, »die USA, die Nato, die Ostküste, Rothschild, die Brunnenvergifter. Ich stelle mich dem entgegen, als Solitär. Das erfordert Mut.« Frédéric wiederholt das Ganze noch mal auf Paschtu, will sich offenbar noch nicht geschlagen geben. Aber warum geriert er, Todenhöfer senior, sich als einsamer Kämpfer, seine Bücher lesen doch Millionen? Ist Todenhöfer wirklich der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der vor der jüdischen Weltverschwörung warnt? »Freddy, du fliegst bitte heim nach Kabul, unsere Freunde dort brauchen dich für eine Spezialoperation. Zu Ihrer Frage: Schauen Sie, ich bin nun wirklich kein Verschwörungstheoretiker. Verschwörungstheorien verbreiten die Mainstream-Medien, etwa die, dass Putin für den Krieg in der Ukraine verantwortlich wäre und nicht die USA, oder die, dass die Hamas eine Terrororganisation wäre und keine Widerstandsbewegung. Und es gibt tatsächlich ein paar wenige Mutige, die sich ebenso wie Jürgen Todenhöfer trauen, die Wahrheit auszusprechen: Xavier Naidoo, Sahra Wagenknecht, Volker Pispers, Ken Jebsen, Mullah Hibatullah Achundsada, Jürgen Elsässer, Chalid Maschal, Frédéric Todenhöfer, Team Todenhöfer und nicht zuletzt Horst Mahler, ein lieber Freund.« Todenhöfer geht allein zurück, wir können ihm da nicht folgen. Beitragsnavigation Vorschlag zur Güte #65 Powersätze für die Friedensverhandlungen