Offenbacher Anthologie (29) MARTHINUS ZOUTPANSBERGZUKUNFT FÜR SÜDAFRIKA Denk’ ich an unser Land zur Nacht,Dann will mein Herze weinen.Mir will die neue Zeit verkrachtUnd gut die alte scheinen. Ich als der letzte alten BlutsWill niemals euch befehlen,Ich bitte euch: Denkt nach und tut’sZur Rettung eurer Seelen! Macht ungeschehen, was geschah!Nie war der Freud’ so wenig.Seht, liebe Neger, wieder klarUnd wählet mich zum König! Daß es bei der letzten Wahl im April 2009 so knapp wurde für den ANC, lag auch an den fraglos gewinnenden Plakaten, mit denen die Nationale Afrikaans-Partei ihren als “letzten echten Buren” gefeierten Kandidaten Marthinus Zoutpansberg ins Rennen schickte. Immerhin zehn Prozent (!) der weißen und achtzig Prozent der schwarzen Frauen machten ihr Kreuzchen beim Monarchisten und lebensfrohen Nachfahren des burischen Urvaters Jan van Siebeeck; und es wäre noch enger geworden, wäre der Partei Mandelas nicht der Nachweis gelungen, daß der gezeigte Strand nicht am Kap, sondern in Zoutpansbergs Wahlheimat Malaysia liegt, über die er einmal schrieb: “An keinem Ort, nirgends / ist der Shit so / hammer wie hier.” Vielleicht kann man aber auch wirklich nicht alles haben im Leben.SIEGFRIED LENZ Beitragsnavigation Sozis im Aufwind Das schreiben die anderen