Die jahrzehntelange Diktatur unter Baschar al-Assad ist beendet. Selbiger wurde bereits in Moskau gesichtet. Was geschieht jetzt mit ihm?
Dass Putin und al-Assad eine Fahrgemeinschaft zum Internationalen Strafgerichthof bilden, scheint nahezu ausgeschlossen. Sicher ist, dass Putin wegen der Demütigung Russlands auf internationalem Parkett eine Stinkwut auf den syrischen Ex-Präsidenten hat. Das erste offizielle Foto aus dem Kreml, auf dem sich zwischen den beiden Despoten statt des legendären Monstertisches nur ein schmales Höckerchen befindet, wurde von der ausländischen Presse bereits als Zeichen von Nähe fehlinterpretiert. Wie die zerrissenen Hosenbeine al-Assads sowie die knallroten Handabdrücke auf seinen Wangen beweisen, ist der Ex-Machthaber damit lediglich in die Schienbeintritt- und Schellenreichweite Putins gerückt. Davon, dass Putin zwischen den Schnappschüssen auch seinen Hund zubeißen lässt, kann man laut Angela Merkel ebenfalls ausgehen.

Wie geht es mit dem syrischen Volk weiter?
Indem sie ihren Ex-Präsidenten ins Exil jagten, haben die Syrer in Bezug auf die Machtverhältnisse im Land einen bedeutenden Player aus dem Spiel genommen. Dass ihnen das auch mit Russland, Israel, den USA, der Türkei und dem Iran gelingt, ist höchst fraglich. Potential, um nach einem milliardenteuren Wiederaufbau mittels Fassbomben-Weitwurf erneut alles kaputtzumachen, ist jedenfalls reichlich vorhanden. Vielleicht sollten alle ausländischen Beteiligten mit eigenen geopolitischen Interessen von fünf rückwärts zählen und dann gleichzeitig ihre Griffel vom Land nehmen.

Den Fuß draufhalten könnten sie dann aber noch immer, oder?
Auch wieder wahr. Mist!

Wie sieht es mit den Auswirkungen des Umsturzes auf Deutschland aus?
Das Beispiel Syrien zeigt, dass Despoten nicht immer ungeschoren davonkommen und sich ihrer Sache nie zu sicher sein sollten. Für Markus Söder dürfte das Warnung genug sein. Der AfD könnte eine Rückkehr von Syrern in ihr Heimatland vor der Bundestagswahl den Wind aus den Segeln nehmen. Gut möglich, dass Weidel & Co. deswegen temporär ins “Refugees Welcome”-Lager wechseln, nur um kurz danach gegen die frisch Eingewanderten Stunk zu machen. Angeblich ist eine AfD-Delegation bereits nach Russland gereist, um dem Kreml eine Liste von frischen Konfliktherden mit “interessanter Fluchtdynamik” zu überreichen. Mit was sollten die auch sonst punkten? Bildung?

PH