Fernsehen für alle Neue Wege will man gehen bei den öffentlich-rechtlichen Medien. Heißt knapp verkürzt: Die Jungen zurückholen aus den Weiten von Tiktok und die Alten weg vom rechtsradikalen Youtube-Boulevard. So ein Vorhaben funktioniert natürlich nicht ohne grundsätzliche Neuausrichtung und so hat man sich offenbar gedacht, statt eines Programms, das nur einigen wenigen gefällt, nun endlich und nach lang anhaltender Kritik fairerweise eines zu basteln, mit dem kein Mensch mehr etwas anfangen kann. Hohe Wellen schlug das neue Magazin »Klar«. Drei Folgen zu den Themen Migration, Bauern und Wirtschaft – also den Herzensthemen derer, die den ÖRR inzwischen längst abgeschrieben haben dürften – sind geplant. Die erste Folge zum Thema Migration ist bereits erschienen und berichtet, wovon angeblich keiner spricht: Migration. Innovativ und neu ist dabei wohl vor allem, wie plump man sich formal nun bei den eigenen Kritikern, um nicht zu sagen Gegnern anbiedert, also der rechts-alternativen Medienwelt, die den ganzen ÖRR am liebsten mit einem Handstreich abschaffen würde, wenn sie nur könnte. Na dann mal sehen, wie lange man mithalten kann im Rennen mit den Youtube-Radikalen. Heldenhaft warf man sich wenige Tage zuvor noch vor Didi Hallervorden, dessen Gequake über N- und Z-Wörter anlässlich der Jubiläumsfeier zum 75. der ARD in »satirischen Kontext« und »bewusst als Provokation gesetzt wurden« und der inzwischen schon wieder in Dresden den Freiheitshelden vor Rechtsextremen und Besuchern wie Diether Dehm gibt, mit dem er wiederum neulich erst seinen Gaza-Gassenhauer produziert hat. Aber auch für die aggressiv-nostalgischen Zuschauer muss etwas dabei sein – Palim, Palim – und so wird Didi wahrscheinlich auch zur 100-Jahr-Feier wieder eingeladen werden. Vielleicht ja mit Dehm und einem Ständchen für den Frieden. Und Serdar Somuncu moderiert. Die Jungen dürfen sich bis dahin eine Legende aus ihrer Jugend neulich ansehen. Tatsache! Fynn Kliemann ist zurück. Oder wie es in der Mediathek herzzerreißend heißt: »Fynn Kliemann war einer der erfolgreichsten Youtuber Deutschlands, sorgte mit seinen Heimwerker-Videos für Milliardenklicks, designte Kleidung und stürmte sogar die Musikcharts. Im Mai 2022 endete sein beruflicher Höhenflug dann abrupt: In einem Enthüllungsvideo des ZDF Magazin Royale warf Jan Böhmermann ihm betrügerische Geschäfte mit Corona-Masken vor. Es folgte der Absturz Kliemanns.« Und wer den unerträglichen Kliemann auch nur ein paar Minuten durch diese Farce einer Dokumentation zappeln sieht, der wünscht sich dann auch wirklich nichts sehnlicher als endlich den großen Knall. Beitragsnavigation Tierisch minimalinvasiv Das waren die stärksten Momente der Papst-Beerdigung