Heute: Dublin Während die europäischen Finanzminister heute über eine Milliardenhilfe für den wirtschaftlich angeschlagenen Inselstaat beraten, hat man sich in der irischen Hauptstadt längst mit seinem Elend arrangiert. “Hier ist doch schon vor Jahren alles den Bach runtergegangen”, lamentiert der 60jährige Armdrück-Champion Seamus O’Sullivan. “Wenn ich nach einer Zwölfstundenschicht aus dem Pub nach Hause komme, bin ich so frustriert, daß ich mich noch mehr besaufe und meine Frau schlage. So hat mein Leben wenigstens eine Konstante.” Vielen Eltern fehlt inzwischen das Geld, um ihre Kinder auf die Bardenschule oder ins Bergwerk zu schicken. Die Kobolde mußten ihre Goldvorräte zum Pfandleiher bringen, Klee wird nur noch mit maximal drei Blättern ausgeliefert, und die Popband U2 reist derzeit auf der Benefiztournee “Hope for Ireland” durch Somalia und Swasiland. Wie soll es weitergehen, wenn die EU dem “Griechenland des Westens” den Kredit verweigert? Im Phoenix-Park, wo letzte Woche ein Denkmal für den letzten Iren, der je gelacht hat, aufgestellt wurde, treffen sich die Wirtschaftsweisen des Landes und diskutieren über die Zukunft der Grauen Insel. “Besinnen wir uns wieder auf unsere Exportschlager: Bier und Backpfeifen!”, fordert der sommersprossige Kartoffelhändler Patrick McKean. “Wenn das nicht hilft, verkaufen wir den Engländern ihre Sprache zurück und sprechen wieder Irisch. Deirtí gurbh iad na Lochlannaigh – au, mein Rachen!” Beitragsnavigation Lange Wartezeiten für Autokäufer TITANIC preisgekrönt