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Hans Traxler (1929–2026) und ich

von Hans Zippert

Vor sechs Jahren fragte mich eine Redakteurin des Deutschlandfunk, ob ich einen Nachruf auf Hans Traxler schreiben könne, für die berühmte Schublade, der Mann sei ja nun auch schon über 90. Ich willigte etwas zögerlich ein und wollte Traxler dann selber fragen, was unbedingt in seinem Nachruf stehen sollte. Aber seine Frau hielt das für keine gute Idee. Also verfasste ich ohne sein Einverständnis einen passablen Nachruf zu Lebzeiten, an den sich der Sender anscheinend nicht mehr erinnerte, jedenfalls strahlte er ihn, nachdem der Ernstfall eingetreten war, nicht aus. Das passt ganz gut zu unserer gemeinsamen Geschichte, die von Missverständnissen und Demütigungen geprägt war. Doch davon später.

Traxler gehörte zu den Idolen meiner Jugend, ich bewunderte seine Titelbilder für TITANIC, alle seine mit großer Könnerschaft gezeichneten Respektlosigkeiten. Vor allem bewunderte ich seine Fähigkeit, eine Geschichte gradlinig zu erzählen, weil er einfach auf die Qualität seiner Ideen vertraute. Meine erste persönliche Begegnung mit ihm fiel leider traumatisch aus, jedenfalls für mich, er bekam davon gar nichts mit. Wir schreiben das Jahr 1987. Jörg Metes, der damalige Chefredakteur, hatte gemeinsam mit F. K. Waechter und Bernd Eilert einen Geheimbund gegründet, dem die Gestaltung der Titelbilder oblag. Daraus entstand das Cover »Leser wählen die Tapete des Jahres«. Die Januarausgabe verkaufte sich für gewöhnlich außerordentlich gut, weil das Heft fünf Wochen in den Kiosken lag. Doch der Tapetentitel floppte. Es wurde umgehend eine Krisensitzung einberufen, in der es um die weitere Legitimation der Titelgruppe und die Zukunft des Heftes ging und zu der auch ich eingeladen wurde. An e…