Mit Trauer und Unverständnis reagierten weite Teile der deutschen Entscheider auf die Veröffentlichung der neuen Hartz-IV-Daten: Seit 1. Juli ist der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II von 345 auf 347 um 2 Euro gestiegen; das ist der dramatischste Stand seit Einführung des Gesetzes. Die Rekordgewinne würden von den Betroffenen hauptsächlich genutzt, um in Saus und Braus zu leben, so ein Sprecher der Agentur für Arbeit. Bundeskanzlerin Merkel rief dazu auf, die soziale Schieflage dringend zu korrigieren: Es könne nicht sein, daß sich ein Teil der Bevölkerung rücksichtslos die Taschen vollstopfe, während mancher Vorstandsvorsitzender schon vor Monatsende oft nicht mehr wisse, wohin mit dem Geld. „Mehr Bescheidenheit stünde manchem Langzeitarbeitslosen gut zu Gesicht“, meinte auch Arbeitsminister Müntefering. „Wir hier oben rackern uns ab, und der kleine Mann prellt die Zeche. Meine Meinung!“