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Rest of 2022 – Was in diesem Jahr sonst noch war

JANUAR

Papst fordert: Ihr Kinderlein, kommet

Papst Franziskus hat Paare scharf kritisiert, die keine Kinder bekommen wollen, aber dafür Haustiere wie Hunde oder Katzen haben. Das sei egoistisch, so der Pontifex. Harte Worte eines Mannes, der selbst kinderlos ist, sich aber Haustiere hält (Schäfchen). Gleichzeitig ist unbestreitbar, dass durch den demografischen Wandel Kinder fehlen, die man der Obhut von Priestern und Domspatzen-Chorleitern anvertrauen könnte. Franziskus hat deshalb angekündigt, jeden Abend für die Menschheit ein Vaterwerdenunser zu beten. Denn dass ein überalterter, von Greisen regierter Staat nicht funktioniere, sehe man am Beispiel Vatikan, so der Papst.

Waffenexporte auf dem Prüfstand

Nach dubiosen Last-Minute-Genehmigungen von Rüstungsexporten kurz vor dem Regierungswechsel will die Ampelkoalition den Handel mit Kriegsgerät durch ihr "Rüstungsexportkontrollgesetz" künftig strengen moralischen Richtlinien unterwerfen. Waffengeschäfte mit "Drittstaaten außerhalb von EU und NATO "sollen demnach nur noch erlaubt sein, wenn

  • Der Käufer vor Abschluss des Online-Bestellvorgangs direkt neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei "Ich akzeptiere die Genfer Konvention sowie die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen" ein Häkchen macht.
  • Regierungschefs angeblicher Schurkenstaaten vor der Abwicklung einer peniblen charakterlichen Unbedenklichkeitsprüfung (Fax des Kontoauszuges) unterzogen werden.
  • Hersteller von Geschossen mit hoher Zerstörungskraft die "Made in Germany"-Gravur auf ihren Sprengköpfen um "with REALLY bad Conscience" und einen Tränen-Emoji ergänzen.
  • Die mit schicken neuen Jeeps und Raketenwerfern versorgten Militärjuntas sich vertraglich verpflichten, die Deutsche Bundeswehr nicht wegen ihres veralteten und schlecht gewarteten Inventars auszulachen.
  • Satellitengesteuerte Raketensysteme vor dem Einschlag in Krankenhäuser mit ihrem Kondensstreifen noch ein Herz und "Danke für Ihren Beitrag zur deutschen Volkswirtschaft" in die Luft zeichnen.

FEBRUAR

Gehupft wie gesprungen

Die Medaillenchancen des deutschen Mixed-Skispringen-Teams bei Olympia sind dahin. Die Materialkontrolle beanstandete den Anzug von Katharina Althaus, welche disqualifiziert wurde. Trainer Horngacher monierte nebulös, dass bei den Deutschen wohl besonders exakt kontrolliert werde und nannte den beispiellosen Vorgang "einen moralischen Tiefflug". Weswegen genau die Beanstandung erfolgte, bleibt nun den Spekulationen internationaler Skisprungaficionados überlassen. Althaus, die unumwunden und ohne ihr Exoskelett abzulegen vor die Kameras trat, war sich keiner Schuld bewusst. Wie im Weltcup auch sei sie mithilfe eines Jetpacks und ihrer an Spezialschuhen verbolzten Aluminiumfedern punktgenau auf der Kante der Schanze abgesprungen und habe regelkonform mit den Carbonflügeln geflattert. "Als ich die angepeilte Flughöhe erreicht hatte, zündete ich den Rotor an meinem Helm. Da dachte ich noch, alles läuft super. Die ersten merkwürdigen Blicke registrierte ich, als ich die Bremsklappen öffnete und im Ziel den perfekten Telemark hinlegte." Der Deutsche Skiverband (DSV) ließ verlautbaren, man habe die Rechtsabteilung mit einer Klage wegen Volksverhetzung beauftragt. Im Zuge des Verfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof wolle man außerdem erwirken, dass der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) die Abkürzung "DSV" zukünftig nicht mehr nutzen dürfe.

Thomas und seine juristischen Kohlköpfe

Der frühere Reemtsma-Entführer Thomas Drach, dem derzeit Überfälle auf vier Geldtransporter vorgeworfen werden, hat die Sicherheitsvorkehrungen im Prozess gegen ihn am Landgericht Köln mit einem Louis-de-Funés-Film verglichen. Ein Auszug aus der Sitzungsniederschrift des dritten Verhandlungstages:

Richter Dr. Jörg Michael Bern: "Natürlich ist es angesichts Ihres umfänglichen Vorstrafenregisters rechtens, dass nicht Sie selbst, sondern die zum Schutz aller Verhandlungsteilnehmer abgestellten Beamten Ihnen bei Ihrer Garderobe den Gürtel durch die Schlaufen Ihrer Hose führen und auch wieder abnehmen."
Thomas Drach: "Nein!"
Bern: "Doch!"
Drach: "Oh!"
Bern: "Es ist auch alles andere als, wie Sie behaupten, 'lächerlich', dass aus Ihrer Sporthose, die Sie nun tragen, der Gummizug entfernt wurde."
Drach: "Nein!"
Bern: "Doch!"
Drach: "Oh!"
Bern: "Und ebenso sind Sie im Rahmen der strikten Sicherheitskontrollen angehalten, Ihre Schuhe mehrmals an- und auszuziehen, auch, und ich zitiere: 'Als wenn ich die da mit den Gummilatschen bewerfe'."
Drach: "Nein!"
Bern: "Doch!"
Drach: "Oh!" [Sitzungsunterbrechung wg. Mittagspause (Kohlsuppe)]

MÄRZ

Kleine Kriegslügen erhalten die Freundschaft

Wladimir Putin dürfte von seinen Beratern nicht ehrlich über die Lage im Ukraine-Krieg informiert werden. Laut US-Geheimdienst hätte man "zu viel Angst, ihm die Wahrheit zu sagen". Auch diese Lügen abseits des Kampfgeschehens tischte man ihm bereits auf:

  • "Herr Präsident, das People Magazine hat angerufen: Sie wurden wieder und damit zum zwölften mal in Folge zum 'Sexiest Man Alive' gewählt!"
  • "Hier findet keiner, dass ein sechs Meter langer Tisch doof wirkt."
  • "Die 'hohe Stirn' gilt bekanntermaßen weltweit als schönster Männerhaarschnitt."
  • "Natürlich glauben wir Ihnen, dass Sie direkt von Mütterchen Russland geboren wurden."
  • "Die staatlichen Lottozahlen wurden wieder an Ihren Tipp angepasst. Sie haben erneut sechs Richtige!"
  • "Neue Studien zur Tierkommunikation haben gezeigt: Bei Braunbären gibt es den Ausdruck 'putinstark'."
  • "Wie Sie erwartet haben, hat die Blutuntersuchung ergeben, dass Sie viel mehr Testosteron besitzen als Alexej Nawalny."

Gerhard allein zu Haus

Wegen seiner Russland-Verbindungen verliert Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) seinen langjährigen Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk. Dem, höhö, Flurfunk zufolge hatte es zwischen den beiden wohl schon des Öfteren Differenzen gegeben. Warnende Worte des Bürochefs wie "Hol' mir mal 'ne Flasche Bier, sonst streik ich hier, und schreibe nicht weiter!" sollen von Schröder geflissentlich ignoriert worden sein. Neben Funk haben vier weitere Mitarbeiter:innen die Zusammenarbeit mit dem Sozialdemokraten beendet: "Es ist notwendig und wir werden es machen. Basta!" Als Grund gaben sie nicht nur "Familie und das ganze Gedöns" an. Ihrer Meinung nach ruhe sich Schröder auch zu sehr auf seinen Posten beim russischen Energiekonzern Rosneft und der Nord Stream AG, die er trotz Putins Angriff auf die Ukraine nicht aufgeben will, aus: "Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!" Der ehemalige Bundeskanzler selbst zeigte sich von den Kündigungen Funks und seiner Angestellten überrascht: "Das klingt so gar nicht nach ihnen. Aber gut zu wissen: Was für kolossale Arschlöcher!"

APRIL

(Dir-)extreme Bescheidenheit

Eine neue Studie enthüllt: Deutsche Schulleiter*innen sind selbstkritischer als gedacht. TITANIC fasst für Sie die wichtigsten Ergebnisse des Surveys zusammen:

"Ich arbeite zu hart." - Zustimmung: 93 %
"Ich bin ein Perfektionist." - Zustimmung: 98 %
"Ich bin zu hilfsbereit." - Zustimmung: 91 %
"Ich opfere mich selbst und meine Freizeit für das Wohl der Schüler." - Zustimmung: 100 %
"Ich lebe altruistisch." - Zustimmung: 93 %
"Ich kenne die Bedeutung des Wortes Altruismus." - Zustimmung: 100 %
"Meine Empathie kostet viel Kraft." - Zustimmung: 90 %
"Manchmal wäre ich gern so streng wie frühere Schulleiter." - Zustimmung: 88 %
"Ich kann nicht allen helfen." - Zustimmung: 99 %

Neulich beim WM-Training

"Schon gehört? FIFA-Chef Gianni Infantino sagte WM-Gastgeber Katar sei kein Paradies, aber das sei kein Land auf der Welt."
"Stimmt! Im einzigen echten Paradies dürften die tausenden Gastarbeiter sein, die bei den WM-Bauarbeiten ums Leben kamen."

MAI

Promistimmen zu Boris Beckers Haftstrafe

"Zu meinem Erfolg hat der Gefängnisaufenthalt erheblich beigetragen. Ich kann Herrn Becker nur dazu beglückwünschen und ihm raten, das Ding jetzt auch zu gewinnen und danach so richtig Kasse zu machen. Wie? Ich war gar nicht im Knast, sondern nur im Big Brother Haus? In dem Fall, lieber unter der Dusche rumzicken und rauswählen lassen, Boris!"
Jürgen Milski, Stubenarrest-Legende

"Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Tennisball, äh Stein."
Rainer Maria Woelki, Schlusswerfer

"Ich kann mich sehr gut in ihn hineinversetzen. 2020 wurde ich selbst zu dreieinhalb Jahren Markus Lanz verurteilt."
Karl Lauterbach, Talkshow-Knacki

"Ich bin seit 20 Jahren Gefangener meiner kruden Verschwörungstheorien, die angebliche Läuterung nimmt mir keiner ab, und ich habe völlig umsonst meine Sonnenbrille abgenommen und der Welt meine Tränensäcke gezeigt. Von mir braucht Herr Becker kein Mitleid zu erwarten."
Xavier Naidoo, Mental-Freigänger

"Ist doch völlig egal, was ich hier sage. Ihr Motherfucker fragt mich doch bloß, weil mein Name ausnahmsweise mal zum Thema passt. Stimmt doch, oder?" (Stimmt! Anm. der. Red.)
Haftbefehl, Nomen-est-Omen-Rapper

Neulich im Krematorium

"Schon gehört, Deutschlands Sargfabrikanten haben die Preise erhöht?"
"Ja, bei Feuerbestattungen ist bereits die Rede vom verbrannten Geld."

JUNI

Fakt vs. Frage

Fakt: Im Großraum Duisburg wird ab Mitte August die Vorgeschichte der Filmreihe "Die Tribute von Panem" gedreht.

Frage: Also sollen die neuen Filme noch hoffnungsloser und dystopischer wirken?

Klitschko calling

Ein Betrüger gab sich in einem Telefonat mit Franziska Giffey als Vitali Klitschko aus. Doch der Schwindel flog auf. Das waren die verdächtigsten Aussagen des Deepfake-Callers:

  • "Hallo, hier ist Wladimir Klitschko. Was? Sie wollten mit Vitali sprechen? Äh, hier spricht auch Vitali. Sorry, ich verwechsle mich immer."
  • "Putin ist nicht nur schlecht! Sie können sich zum Beispiel gar nicht vorstellen, wie gut er seine Deepfake-Hacker bezahlt!"
  • "Schwere Waffen hin oder her: Es gibt wichtigere Fragen! Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihren Mobilfunkbetreiber zu wechseln? Ich hätte da ein Spitzenangebot für Sie!"
  • "Ich als ehemaliger Curling-Weltmeister … Nein, was war's? Boxen, genau! Egal, ist doch beides eigentlich langweilig und schädigt das Gehirn."
  • "Geben Sie und Ihre Partei doch Gerhard Schröder noch eine Chance!"
  • "Dann auf Wiederhören, oder, wie es auf Ukrainisch heißt: Tschüssikowski!"

JULI

Zeugen-Influencer

Der Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das US-Kapitol hat Donald Trump davor gewarnt, Zeugen zu beeinflussen. In einem Fall soll er es bereits versucht haben. Damit will der Ex-Präsident die Zeugen überzeugen:

  • Der Drohung, ihre Wohnzimmer von seinen Anhängern stürmen zu lassen
  • Dem Zugriff auf seine Blue-ray-Sammlung von Stormy-Daniels-Filmen
  • Einem gemeinsames Abendessen zu dritt mit Trump und Kim Jong-un (Kim zahlt)
  • Einem Date mit Tochter Ivanka
  • Einer Niere oder sonst irgendein Organ nach Wahl von Sohn Eric
  • Jobangeboten ("You are hired!")
  • Dem Versprechen, eine Mauer zwischen dem Zeugen und den Befragenden zu errichten
  • Der Telefonnummer seines Steuerhinterziehungsberaters
  • Einem Ministeramt (sobald der Wahlbetrug von 2020 geahndet und Trump wieder rechtmäßiger Präsident ist)
  • Tipps für extrem glaubhafte Toupets

Durchgefallen

In Deutschlands größtem Automobilclub hat es tüchtig gekracht. Laut einem bundesweiten Wissenstests des ADAC hat eine deutliche Mehrheit der deutschen Pkw-Nutzer große Parklücken hinsichtlich Verkehrsregeln, richtigem Fahrverhalten und Verkehrssicherheit. "Von wegen grau ist jede Theorie", schlingert Projektleiterin Simone Saalmann durch die Erklärungsversuche zum schlechten Abschneiden der Crashtest-Doofies. "Insbesondere ältere Führerscheinbesitzer haben den Karren an die Wand gefahren." Die ADAC-Expertin fährt fort: "Es bleibt zu hoffen, dass sie ohne groß nachzudenken durch den Test nur so gerast sind, irgendwann den Überblick auf dem Bogen verloren und die Kurve nicht mehr gekriegt haben oder aufgrund ihrer altersbedingten Sehschwäche die Aufgaben gar nicht richtig lesen konnten. Ansonsten wäre es ja geradezu verantwortungslos, sie bei solchem einem fahrlässigen Theoriewissen auf die Straße zu lassen."

AUGUST

Die besten Momente aus Scholz' und Habecks Kanadabesuch

  • Als Scholz und Habeck in Pelzmützen, gefütterten Stiefeln und Daunenjacken aus dem Flugzeug stiegen und feststellten, dass es in Montreal 27 Grad warm war
  • Der Augenblick, in dem Habeck die kanadische Finanzministerin bereits auf dem Rollfeld fragte, wo man hier schön lange und richtig heiß duschen könne
  • Die Szene, in der Scholz dem verdutzten Justin Trudeau als Gastgeschenk eine rostige Bärenfalle überreichte
  • Der Moment, als Habeck von einem Kellner gefragt wurde, ob er zum Essen "water with gas" haben wolle und er mit leuchtenden Augen sofort 200 000 Liter davon bestellte
  • Als Scholz kurz vor der Unterzeichnung eines Gasliefervertrages innehielt und wissen wollte, ob Kanada in absehbarer Zeit zufällig einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Grönland oder eine Annexion Alaskas plane
  • Der peinliche Moment, in dem herauskam, dass Trudeau mit dem Verkauf von sauberer Energie bloß Unmengen an nährstoffreichem Bio-Ahornsirup (Grad C) gemeint hatte

Saisonale Störenfriede
verfasst von einer Wespe

Zwackt man nur ein Schlückchen vom Apfelsaft ab,
Verspeist bloß ein Bröselchen Kuchen,
Schon dreht der Mensch durch und will uns kurz und knapp
Verbrennen, vergiften, verfluchen.

Man kann sich nicht vorstelln, wie nervig das ist,
Das Menschengebrumm dieser Tage,
Das ständig umherschwirrt, sich niemals verpisst …
Ach, Menschen – die jährliche Plage!

SEPTEMBER

Sprachstörungen bei Kindern auf dem Vormarsch

Die Zahl der Kinder mit Sprachstörungen ist laut eines Berichts der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Das stark defizitäre Sprachvermögen falle bereits unmittelbar nach der Geburt auf und sei am ehesten mit dem verwaschenen Gebrabbel sturzbesoffener Pilstrinker vergleichbar, moniert Fynn Labermann vom Aktionsbündnis Eloquenz. "Säuglinge sind trotz des unermüdlichen Vorsprechens von Vulgärvokabular wie ˈmediokerˈ oder ˈpekuniärˈ oft nicht mal dazu in der Lage, eine einzige viersilbige Vokabel korrekt zu artikulieren. Stattdessen werden die für die Aussprache so wichtigen Werkzeuge wie Zunge und Lippen auf widerlichste Weise fürs Saugen, Nuckeln und Lutschen zweckentfremdet", verzieht der Linguist angeekelt das Gesicht und rät dazu, mit der Sprach-Frühförderung am besten schon direkt nach der Befruchtung der Eizelle zu beginnen. "Nur so kann der dezidierte Impetus eines expressiven Paradigmas für unsere Gesellschaft zum Normativ werden", würde Labermann seiner Forderung zu gerne Ausdruck verleihen. Doch leider verstehen seine überforderten Eltern mal wieder bloß "Bubu", "Dada" und "Gack".

Razzia am Main

Im Zuge der Cum-ex-Ermittlungen durchsuchten Fahnder die Frankfurt-Büros der US-Bank JPMorgan. "Wir konnten die Broschüre 'Hamburgs schönste Schließfächer' samt Notiz 'an Kahrs schicken' und ein Toupet mit dem Namensschild 'Olaf S.' sicherstellen", heißt es aus Ermittlerkreisen. Außerdem sei die Schallplatte "En echt Hamborger Jung vergisst schon mal" des Matrosenchores "Die Skorbut-Piraten" mit der Widmung "Unsrem größten Fan – dem Olaf" gefunden worden. "In einem Papierkorb entdeckten wir dann noch das Manuskript zu einer Autobiografie mit dem Titel 'Bundeskanzler der Herzen - Das war ich nie'." Ob die Hausdurchsuchung damit ein Erfolg war und die Aufklärung des Cum-ex-Skandals näher rücke, könne man noch nicht beurteilen. "Mit wem genau wir es hier zu tun haben, gibt uns weiterhin Rätsel auf."

OKTOBER

TITANIC-Buchmessen-Spezial: Die bedeutendsten Autor:innen Spaniens

  • Thomas Ballermann
  • Karl Olé Knausgård
  • Kastagnette von Droste-Hülshoff
  • Péter Siestaházy
  • Roald Dahli
  • Boris Tapasternak
  • Jürgen von der Felipe
  • Franco Schätzing
  • Paella Carina Werner

70 und kein bisschen leise

Wladimir Putin hat am 7. Oktober Geburtstag und lässt sich im Sankt Petersburger Konstantinpalast von Abgesandten ehemaliger Sowjet-Republiken huldigen. Aber was schenkt man einem Mann, der außer der Ukraine schon alles hat? Zum Glück kann TITANIC da mit ein paar tollen Ideen aushelfen:

  • Ein Traumtagebuch für die schönsten Weltherrschafts-Phantasien
  • Den neuen Merian Gulag-Reiseführer 2023
  • Ein edles Männerpflegeset mit After Shave, Duschgel und Deodorant von Nowitschok Paris ®
  • Ausziehbare Extensions für die ultimative XXXXL-Tischverlängerung
  • Ein "Wkusno i totschka"-Kindermenü mit Papier-Zarenkrone
  • Einen Einberufungsbescheid.

NOVEMBER

Schneegestöber in Belgien

Im Hafen von Antwerpen hat der Kokain-Schmuggel 2022 dermaßen zugenommen, dass die Behörden bei der Vernichtung der Drogen nicht mehr hinterherkommen. "Bei über 100 Tonnen beschlagnahmten Koks sind selbst unsere Kapazitäten längst überschritten", räumte ein Sprecher des belgischen Zolls aufgedreht ein. Die Beamten wären seit Wochen Tag und Nacht unermüdlich im Einsatz, die Bestände in den überfüllten Lagerhallen zu reduzieren und kämen dabei ganz schön ins Schnaufen. Viele hätten dabei allerdings ihre eigene Leistungsfähigkeit überschätzt und sich bereits die eine oder andere blutige Nase geholt. Im Rahmen seines rund zweistündigen Monologs vor Pressevertretern führte der Zollsprecher euphorisch weiter aus, dass "eine strukturelle Lösung auf gutem Wege" sei. Mittlerweile hätten sich auch andere Ämter des Problems angenommen. Offenbar mit Erfolg. Der Aktenstau an den öffentlichen Stellen des Landes hat sich quasi von jetzt auf gleich pulverisiert.

Fast richtige Schlagzeile (0/1)

"Should I stay or should I go"-Frage nach 40 Jahren beantwortet: The Clash Mitbegründer Keith Levene leider verstorben

DEZEMBER

Examen statt Exitus

Die 90jährige US-Amerikanerin Joyce DeFauw hat 71 Jahre nach ihrem Studienbeginn endlich ihren Abschluss gemacht. Wie die Langzeitstudentin zugab, hätte sie nach ihrer Immatrikulation im Jahr 1951 an der Northern Illinois University etwas gebummelt und sei vor allem in den letzten 30 Semestern immer schlechter aus dem Bett gekommen. Um ihr Hauswirtschaftsstudium finanzieren zu können, habe sie außerdem jahrzehntelang jobben gehen müssen, insbesondere, als nach dem Tod ihrer Eltern kurz vor dem Millenniumswechsel plötzlich Schluss war mit Hotel Mama. Mittlerweile würde ihre schmale Rente gerade einmal fürs tägliche Stammessen 3 (passierte Kost) reichen. Wie DeFauw beim Bingoabend im AStA anmerkte, hätte sich mit zunehmendem Alter bei ihr auch eine ausgemachte Prüfungsangst manifestiert. Schließlich habe sie bei der Anmeldung zum Examen nie wissen können, ob die für sie in der Prüfungskommission zuständigen Professorinnen und Professoren dann noch leben würden. Leider seien die Jobaussichten trotz ihrer guten Noten derzeit alles andere als rosig. Daher erwäge sie nun ein Zusatzstudium in BWL. Erste Info-Gespräche mit zwei Studenten des Fachschaftsrats, Maximilian (48) und Justus-Sören (55), seien ihrer Aussage nach äußerst vielversprechend verlaufen.

Gesundheitspolitik nach Rezept

Aufgrund von Lieferengpässen bei fiebersenkenden Medikamenten aus China und Indien glühen die Leitungen ins Gesundheitsministerium. In hitzigen Gesprächen haben Kinderärzte angesichts der aktuellen Krankheitswelle Sofortmaßnahmen der Regierung gefordert. SPD-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach reagierte umgehend mit kühlem Kopf (36,8 °C) und gab Sondermittel des Bundes frei. Fortan sollen die kleinen Patienten in den Praxen nach tapfer überstandener Behandlung statt Gummibärchen nun ein Gletschereis-Bonbon erhalten.

Kategorie: Allgemein



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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Erinnerst Du Dich, Adobe,

an das Titelbild unserer letzten Ausgabe? Wir nämlich schon, und da fragen wir uns glatt, ob Du neuerdings die Betreffzeilen für Deine Werberundmails ungeprüft vom Digitalisierungs-Ausschuss der AfD übernimmst!

Nichts für ungut. Titanic

 Huhu, hessische FDP!

Zunächst hatten wir es ja auf das Unwissen des jungen Kandidaten bei uns im Viertel geschoben, aber spätestens zur Septembermitte dann verstanden, dass Dein eminenter Powerslogan für die gesamte hessische Landtagswahl tatsächlich »Feuer und Flamme für Hessen« lautet. Anschließend hatten wir gedacht, Ihr wärt vielleicht allesamt zu dumm oder unbelesen, um zu wissen, dass »Feuer und Flamme für diesen Staat« seit den frühen achtziger Jahren ein beliebter Schlachtruf von Linksradikalen und Autonomen war, gerade in Hessen, wo die Kämpfe um die Startbahn West blutig eskalierten.

Aber Du, FDP, hast den Slogan gewiss mit Bedacht und einem kräftigen Augenzwinkern gewählt, denn Du besitzt ja auch einen anarcho-libertären Flügel, der jede staatliche Ordnung abschaffen und alle Belange vom Markt regeln lassen will, also vom Gesetz des Stärkeren.

Und dass Du diese gewaltversessenen Hooligans zur Wahl noch mal vor unseren inneren Augen durch die Straßen Frankfurts marodieren lässt, dafür danken Dir die gesetzlosen Chaot/innen von der Titanic

 Grüß Dich, Stachelbeere!

Von Dir dachten wir bisher, wir wüssten einigermaßen Bescheid. Keine Ahnung hatten wir! Bis wir die NZZ in die Hände bekamen: »Die Stachelbeere galt lange als spießigste aller Sommerbeeren.« Wie konnte das an uns vorbeigehen? »Im Gegensatz zu ihrem Namen tut ihr Stachel gar nicht weh.« Toll, Du bist die erste Beere der Naturgeschichte, deren Name wehtut. »Stachelbeeren werden geputzt, indem der Stiel und die Blütenenden mit einer Küchenschere abgeschnitten und dann kurz mit Wasser abgebraust werden.« Dann sind zwar Stiel und Blütenenden nass, aber wie wirst Du davon sauber? »Der Gaumen erinnert sich beim Verspeisen an einen süßen Sirup, der als Kind besonders gut geschmeckt hat.« Außer, der Gaumen ist etwas zerstreut und hat vergessen, dass der Sirup mal ein Kind war.

»Stachelbeeren haben einen schönen Knack.« Wir aber haben jetzt einen schönen Knacks, Stachelbeere, nämlich einen Stachelbeeren-Knacks, und rühren Dich bizarres Früchtchen auf keinen Fall mehr an. Oder zumindest nicht die NZZ-Kulinarikseiten. Die machen nämlich Sodbrennen.

Stichelt gern: Titanic

 Haha, Daniel Günther!

Haha, Daniel Günther!

Sie haben tatsächlich im Juni dieses Jahres auf der Kieler Woche »Layla« mitgegrölt? Auf der Bühne euphorisch »Schöner, jünger, geiler!« ins Mikro gejohlt? Also unsereins hat ja schon eine lange Leitung, wenn uns das bis jetzt entgangen ist. Aber mit einer solchen Verzögerung und mit beiden Beinen ins Vorjahres-Fettnäpfchen zu springen, da können wir nicht mithalten – Chapeau!

Rechnen mit einer Reaktion in zwei bis drei Werkjahren:

Ihre Puffmütter von Titanic

 Ob das eine gute Idee ist, British Telecommunications?

Als einer von Großbritanniens größten Kommunikationsdienstleistern betreibst Du unter anderem die berühmten roten Telefonzellen, die allerdings außer für Lösegeldforderungen und Rauschmitteldeals keinem Zweck mehr dienen. Darum hast Du nun angekündigt, die pittoresken Blickfänger für einen symbolischen Betrag den britischen Kommunen zu verkaufen, damit diese einen neuen Verwendungszweck für sie finden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis wir lesen werden, dass die Tories die erste Telefonzelle in eine Mehrbettunterkunft für Geflüchtete umgewandelt haben.

Orakeln Deine politischen Hellseher/innen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Präzision

Fine-Dining-Restaurants schließen nicht, sie fermétieren.

Ronnie Zumbühl

 Verödungsalarm

Deutliches Zeichen dafür, dass ein Ort langsam stirbt: Wenn im kommunalen Veranstaltungskalender eine Blutspende-Aktion unter »Events« angekündigt wird.

Jürgen Miedl

 In between lifestyles

Silberner BMW, quer über die Heckscheibe der Schriftzug »Moskovskaya«, vorn auf der Ablage: Anwohner-Parkausweis Nr. 05.

Frank Jakubzik

 Rentner mit Humor

Ich bin im Bus für einen deutlich Jüngeren aufgestanden.

Uwe Becker

 After-Life-Hack

Auf meinem Organspendeausweis ist vermerkt, dass ich posthum nur ausgeschlachtet werden darf, wenn mein Ableben, egal wie mysteriös, blutrünstig, effektvoll, erheiternd, generationenkonfliktelösend, krebsheilend oder die messianische Zeit einläutend es auch stattgefunden haben werden mag, niemals in einem True-Crime-Podcast vorkommen darf.

Sebastian Maschuw

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
08.10.2023 Frankfurt, Elfer Hauck & Bauer mit Julia Mateus
08.10.2023 Berlin, BAIZ Katharina Greve
10.10.2023 Cuxhaven, Ringelnatz-Museum Thomas Gsella
10.10.2023 Frankfurt am Main, Club Voltaire »TITANIC-Peak-Preview«