Ein brandaktueller Bericht unseres Hollywoodkorrespondenten Bunk Moreland

 

Der penetrante Geruch von verbranntem Silikon liegt über den Hügeln, Kolonnen von Luxuskarossen mit Fahrern hispanischer Herkunft verstopfen die ohnehin überfüllten Straßen, weil Hausangestellte die Fuhrparks in Sicherheit bringen, aufgebrachte Regisseure stehen in ihren gigantischen Gärten und schreien dem Feuer verzweifelt entgegen „Cut! Cut!“, Charaktermimen versuchen mit ellenlangen Monologen der Brunst den Sauerstoff zu nehmen – Malibu brennt. „Wir sind ja gewohnt, daß hier unglaublich viel heiße Luft produziert wird, aber dies überschreitet unsere Vorstellungskräfte“, berichtet Chuck Waterthrower vom L.A. Fire Department und erzählt von den Schwierigkeiten bei den Evakuierungen: „Versuchen Sie mal in einer 12 000-qm-Villa eine Schauspielerin zu finden! Womöglich kauert sie apathisch in einer Sofaritze, da müssen Sie schon fünfmal schauen.“

Erste Obdachlose aus New Orleans sind eingetroffen, um mit medienwirksamen Hilfestellungs-Imitationen die Gefälligkeiten nach der Katrina-Katastrophe zu erwidern. In der Stadt haben sich spontan Sänger zu einem Konzert getroffen. Billy Joel („We Didn’t Start The Fire“) und Elton John („Candle In The Wood“) trällern, während verstörte Hollywoodstars in hektisch für sie freigemachten Suiten in Luxushotels kauern und ohne Personal Shopper, Diet Planner und Personal Trainer entscheiden müssen, was sie beim Zimmerservice bestellen sollen. Malibu in Flammen: Ein Bild des Schreckens, das die Welt wohl erst wieder zu Gesicht bekommen wird, wenn die Stars ihre Erlebnisse in ihren neuen Werken verarbeiten.