Als die Katze das Zählen lernte Umbenennung des Püppchenstudios: Neuster Stand Die für den 28. Januar anberaumte Dringlichkeitssitzung der zuständigen Behörde mußte aus Kostengründen verschoben werden. Jedoch gibt es seit dem Mittag einen vielversprechenden neuen Vorstoß. (Aus dem Protokoll:)Der Pfarrer trug leere Milcheimer bis zum „Zusammenbrechen der Entkräftung“, wie er sich ausdrückte. Bei dieser Tätigkeit wollte ihn der Lehrer photographieren, aber die Abbildungen, die er ihm später zeigen sollte, hießen „Das Rührwerk“ und „Der Quadrant“. Vor Lehrer und Pfarrer muß an dieser Stelle gleichermaßen gewarnt werden, da sie instabile Charaktere waren. Ganz anders dagegen die Protagonisten Berti und Gerd. Sie wollten eine Kolumne betreiben, welche „Das Herumreiten auf dem Schmutz und das letztendliche Obsiegen desselben“ heißen sollte, weil es ihnen so eingefallen war. „Das ist die richtige Idee in unserer Zeit“, sagte Gerd (oder Berti), und Berti (oder Gerd) sagte: „Es wird die kummervolle Errettung aus der Hergebrachtheit sein.“Natürlich brauchten sie Geld für „Das Herumreiten auf dem Schmutz und das letztendliche Obsiegen desselben“. Berti und Gerd trafen den Pfarrer an der Hafenecke. „Nehmt es bitte nicht persönlich“, sagt er zu ihnen, „aber ihr seht aus wie Leute.“ Schon hatte er Veröffentlichungsverbot in der Kolumne, noch bevor dieselbe überhaupt finanzierbar war. Und so ging es weiter: Der Rauch bewegte kleine Bäume, der Pfarrer warf Ziegel ab. Es war schon gleich sechs! Das Gewitter hielt sich nicht an die Regeln. Berti und Gerd aber brauchten noch immer Geld für „Das Herumreiten auf dem Schmutz und das letztendliche Obsiegen desselben“. Wieder und wieder dachten sie an die Sparkasse, und diese Gedanken ließen schließlich die Sparkasse entstehen. Die Angestellten der Sparkasse sagten: „Bei uns wird es niemals langweilig werden. Und wir haben das Geld.“ Davon hörten, möglicherweise durch Pfarrer oder Lehrer, auch Berti und Gerd. Gerd schickte Berti aus: „Geh und beeindrucke die Sparkasse!’“ Berti sagte noch einmal: „Es wird die kummervolle Errettung aus der Hergebrachtheit sein“ und ging wirklich zur Sparkasse. Dort wurde sie vom Direktor persönlich empfangen, ein von Pfarrer oder Lehrer aufgesetztes Empfehlungsschreiben verschaffte ihr Einlaß. „Nun gibt es“, sprach der Sparkassen-Direktor, „keine zuverlässigen, allgemeingültigen Regeln für das Geld.“ Er verlor völlig das Interesse an diesem Thema und zeigte ihr ein paar Abbildungen: „Die lebende Kaltspeise“, „Die künstliche Atmung“ und „Das handdicke Wasser“. So kehrte Berti am Abend mit leeren Händen zurück. Inzwischen hatte Gerd einen Laden, aber keine Kolumne, eröffnet. Der Gedanke an einen Kredit der Sparkasse hatte dies ermöglicht. Berti war überrascht und nannte diese Vorgänge „eine unerwartete Entwicklung“. Grundsätzlich hatte sie jedoch nichts gegen einen Laden, zumal dieser „Das Herumreiten auf dem Schmutz und das letztendliche Obsiegen desselben“ hieß. „Das Kaufmännische ist die richtige Idee in unserer Zeit“, sagte sie. Natürlich mußte der Laden nun florieren, denn der Kredit heulte ums Haus. Um Kundschaft in ihren Laden zu zwingen, scheuten Berti und Gerd kein Mittel. Hinter die Schaufensterscheibe klebten sie einen Zettel mit der Aufschrift „Bitte hier hereinkommen“. Beitragsnavigation TITANIC-Lesung mit Tilman Birr Wie funktioniert die chinesische Billig-KI?