AfD im Zwielicht
Die AfD hat illegale Spenden angenommen. Das wäre nicht weiter schlimm, wäre die AfD nicht die AfD. Hier einen Millionenbetrag falsch verbucht, dort einen Geldkoffer im Hotelzimmer “gefunden” – das kennt man von anderen Parteien zur Genüge. Die AfD wahrte bislang wohltuend Distanz zu solchen Praktiken und konnte mit dem Image als saubere Faschotruppe bei vielen Wählern punkten. Doch nun bekommt die braune Seriösfassade erste Risse.
Ist die AfD am Ende doch nur eine Partei wie alle anderen, nicht die “Alternative”, als die sie sich selbst zu vermarkten sucht? Angetreten war die AfD, das politische Establishment zu jagen, und nun stehen ihre Abgeordneten verlegen im Bundestag wie eine Bande Rotzlöffel, die im Schulklo beim Rauchen erwischt worden ist. Hat wohl nicht ganz geklappt, die Jagd! Auf Widersprüche hinweisen wollen und sich dabei selbst in Widersprüche verstricken, das sieht man gern! Der Spendenskandal, der die Partei nun einholt, zieht sich bis in die höchsten Kreise – damit ist die Glaubwürdigkeit der einstmals wackeren Nationalbolzen dahin. Wer soll jetzt noch glauben, dass die AfD, regierend, hart durchgriffe, wo doch offenbar kleinste Summen schon ihre Prinzipienfestigkeit ins Wackeln bringen?