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Jens Spahn über seinen Rückzug

Schluss, aus, ich gehe – das war’s mal wieder für mich. Ich räume meinen Posten im Haushaltsausschuss. Noch nicht lange ist es her, dass ich diese altehrwürdige Stelle zugeschanzt bekommen habe, äh, mit großer Freude angetreten habe.

Ich erfuhr es in einem Moment, in dem ein Mensch am verwundbarsten ist, wenn er sich nicht wehren kann: im Urlaub. Es bleibt also ein Gschmäckle. Das Geschmäckle von Limoncello an der Poolbar auf Sardinien. An dieser Stelle: Mille grazie, Riccardo. Molto bene. Un doppio, per favore.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine politische Karriere:

2002 Mitglied des Bundestages. Staatssekretär fürs Finanzministerium, da habe ich viel gelernt, was mir später auf meinem Weg nach oben noch helfen sollte. Der richtige Aufschlag beim Beachvolleyball. Worauf muss man bei einem Whiskytasting achten? Wie mixt man eine teuflisch gute Margarita?

Danach die Station als Gesundheitsminister, ein Knochenjob, den nicht viele machen könnten. Sommer auf den Malediven, dann direkt zum Skifahren nach Vermont. Immer wieder Schicksalsschläge: Als der Rumbakurs ausfiel, weil der Lehrer Juan sich beim Tanz mit mir die Hüfte brach. Banges Hoffen: Bekommen wir das Geld zurück? Porca miseria! 

Dann 2020: Corona, die Jahre der Entbehrung für uns alle. Zwei Monate Bali, fünf Wochen Thailand, mehr ging beim besten Willen nicht. Ich bin doch auch nur ein Mensch! Gut, vielleicht hier und da mal einen Monat an der Adria. Wie so ein Bürgergeldempfänger. Wenn Sie das Urlaub nennen, bitte. Bei all dem hatte ich kaum Zeit, mich auf die Maskendeals zu konzentrieren. Da hätte ich viel mehr rausholen können. Aber der Empfang in den Dolomiten war so schlecht. Il conto, per favore.

Na gut, wenn diese Welt noch nicht bereit für die Vereinbarkeit von Sardinien und 5-Tage-Woche ist, dann geht es eben wieder zurück zu den drei K: Kinder, Küche, Korruption.

In diesem Sinne. Salut, Buongiorno, Arrivederci!

Ihr Jens Spahn