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Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist vorgestern im Alter von 89 Jahren in seiner schweizerischen Steuerfluchtvilla gestorben. Vielleicht war er auch schon 98 und hieß Michael-Klaus, womöglich ist er auch in Ebenda gestorben, ich kann das alles nicht überprüfen, weil ich grad kein Internet hab.

Klaus-Michael Kühne war wohl am ehesten mit Dagobert Duck vergleichbar. Er schwamm buchstäblich im Geld, um sich fit zu halten, was aus retrospektiver Sicht einer gewissen Tragik nicht entbehrt, denn besonders fit wirkt Kühne ja nun nicht, wie er da so aufgebahrt liegt. Wobei das Spekulation ist, vielleicht wurde seine Asche ja bereits über dem Hamburger Volksparkstadion ausgestreut, während die Fans ihre »Kühne, verpiss dich«-Plakate ein letztes Mal ausrollten, vergeblich, denn nun bleibt Kühne ja für immer. 

Klaus-Michael Kühne hätte das sicher gefallen. Womöglich hätte er es auch verabscheut, fragen kann man ihn ja nicht mehr. Klaus-Michael Kühne hinterlässt 36 Milliarden Ehefrauen und einen Euro bzw. umgekehrt. Er war der zweitreichste Deutsche nach Dieter Schwarz und vor Andreas von Bechtolsheim plus Familie, die nun, ohne etwas dafür getan zu haben, mit Kind und Kegel auf Platz zwei vorrücken. 

Ehrensache, dass Kühne sich bis zuletzt weigerte, die NS-Vergangenheit seines Familienunternehmens von unabhängiger Stelle aufarbeiten zu lassen; ebenso verständlich, dass er im Jahr 2008 irgendein Käuferkonsortium »möglichst reinrassig deutsch halten« wollte. Moralinsaures Herumkritteln ist unsere Sache nicht, außerdem sollte über Tote nicht schlecht geredet werden, egal was sie getan haben, das hat hoffentlich auch Dunja Hayali inzwischen kapiert.

So, die Themen Steuerflucht und HSV hatten wir schon, fehlt noch was? Vielleicht das Wortspiel, dass Kühne kein Kyniker war, sondern ein Kühniker, also eine Spezialform des Zynikers, aber das ist reichlich einfallslos und sollte vom Lektorat gestrichen werden. Wir wünschen Herrn Kühne für die Zukunft alles Gute, vielleicht ist er ja gerade mit einem seiner Lastwagen auf der Autobahn to hell oder auch to heaven, das soll Gott entscheiden oder delegieren, aber bitte nicht an uns.