Das war’s also. Ab jetzt bin ich kein Bundestrainer mehr. Ich stand in der Waschküche und habe gerade mein WM-T-Shirt gewaschen, als der Anruf kam und mich komplett umgegrätscht hat. Aber ich gehe ohne Wut im Bauch und akzeptiere die Entscheidung der DFB-Mafia. Auch wenn ich als Sportler natürlich gerne durchgezogen und die 14 Mio. Vertragskohle sauber nach Hause gekickt hätte. Dabei waren die Ideen da: Neuer raus aus dem Tor und ab in den Sturm. Der Junge wurde über Jahre falsch aufgebaut. Friedrich Merz als Co-Trainer. Was hat dieser Mann für Motivationsfähigkeiten! Und vor allem: »Gut genug« als Hymne bei jedem Ball, der in die Nähe des gegnerischen Tores gelangt. Dazu wird es nun nicht mehr kommen, weil Erfolge heute mehr zählen als ein Vertrag. Weil Tore wichtiger sind, als dass elf Freunde da draußen eine mittelmäßige Zeit haben. Aber so geht’s im Sport. Eben noch gibst du alles, wenig später schickt dich der DFB auf die Bank. Die Abfindung vernünftig anlegen. Ihr Julian Nagelsmann »Nur für Gäste« – die Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter Beitragsnavigation Hitze zersetzt meine Gehirnzellen Obacht, Oettle! #58