Ja, ich bin es: Der seltsam sterile Anti-Aging-Weirdo, der mal ewig leben wollte. Eine Wagenladung Pillen habe ich dafür pro Tag geknuspert, das Blut meines anämischen Sohnes angezapft und irgend so ein Scharlatan hat sogar ein »magisches Bildnis« von mir erstellt. Was für ein Scam. Das Ding altert wie Milch in der Sonne. Heute frage ich mich, habe ich, also haben WIR, es zu weit getrieben mit der Longevity-Bewegung? Ich denke, ja, das haben Sie (!). Ich hingegen gönne mir heute auch mal was. Zapfe meinen Sohn an, nachdem er einen Burger verputzt hat. Lasse ihn mit Cocktails volllaufen und amüsiere mich über seine Ausfälle wie ein ganz normaler Mensch eben. An meinem Geburtstag habe ich sogar einen Erdnussflip gegessen. Dabei habe ich mich gefragt, was Geburtstage noch bedeuten, wenn man sowieso immer 30 bleibt. Wie ich den Burschen ohne Blutwäsche bis zum Frühstück wohl wieder fit bekommen würde. Und wieso sehe ich nach all den Strapazen eigentlich trotzdem nur aus, wie von Madame Tussaud zum Trocknen abgestellt? Stay hungryBryan Johnson »Nur für Gäste« – die Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter Beitragsnavigation Drei Dinge #19