Wer mich kennt, der weiß: Ich bin ein Mann der Begegnung. Und ja, natürlich besuche ich meinen Freund Wladimir zum Geburtstag. Weil ich Berufliches und Privates zu trennen weiß. Finde ich deshalb alles gut, was der kauzige Kollege treibt? Natürlich nicht. Trotzdem vergesse ich nicht den Anstand und wer mir dieses Jahr eine singende Geburtstagsdrohne mit einem Eimer Oligarchennutella (Anm. d. Red.: Beluga-Kaviar) hat zukommen lassen. Gerade als stolzes Neumitglied von Globus Russland, DER Powerexpansion des mittelständischen Supermarktwunders aus dem Saarland, weiß ich, dass Frieden durch den Magen geht. Ein warmes Fleischkäsebrötchen im Globus Tula für knappe 49 Rubel ist nicht nur ein unschlagbares Angebot, sondern immer auch eine ausgestreckte Hand (mit Ketchup und Senf). Daran ändert die Tatsache, dass die harten, unverkauften Brötchen in die ballistische Zweitverwertung kommen, erst einmal gar nichts. Ich möchte nicht spalten, ich möchte verbinden, möchte Gräben überwinden und Pipelines zwischen den Menschen bauen. Näheres dazu aber vielleicht besser in etwas ruhigeren Zeiten. Bis dahin: Do swidanija! Ihr Gerhard Schröder »Nur für Gäste« – die Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter Beitragsnavigation Angst vor dem kommunistischen Berlin