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Heitere Sommerimpression


Von der Ratlosigkeit (1. Teil)

Überraschend verlangte die Regierung vom Amt für Grapheologie, ein Werk wider die allgemeine große Ratlosigkeit der Bevölkerung zu verfassen. Es sollte ein Praktischer Ratgeber in allen ausweglosen Lebenslagen erstellt und preisgünstig in Umlauf gebracht werden. Das ging weit über die traditionellen Aufgaben des Amtes hinaus und stürzte dessen Belegschaft ihrerseits in Ratlosigkeit. Die Redaktion eines solchen Ratgebers setzte große Weltklugheit und Lebensweisheit voraus. Es mussten systematisch sämtliche Ratlosigkeit erzeugenden Probleme erfasst und mit probaten Lösungsvorschlägen versehen werden. Die mit der Durchführung Betrauten sahen sich einem schier unlösbaren Problem gegenüber. In der Folge uferte das Projekt gewaltig aus. Überall wucherten Verweise, Fußnoten und Fortsetzungen. Schon der Haupttitel geriet so lang, dass er weiter hinten im Buch fortgesetzt werden musste. Mit dem Impressum ging es ebenso. Die Ausführlichkeit sowohl der Widmung als auch ihrer Begründung und das fünfzigseitige Register machten weitere Unterbrechungen, Einschübe und Anmerkungen unumgänglich. Nicht wenige Quer- und Mehrfachverweise waren darunter. Ein halbes Jahr später wurde noch immer am Konzept des hochkomplizierten Umbruchs gefeilt. Zur Erarbeitung der Problemlösungsvorschläge war man indes noch nicht gekommen. Die Amtsleitung hatte neuerdings vorgeschlagen, ein Extrakapitel einzufügen, welches die Umstände schildern sollte, unter denen das Werk entstand.

(Fortsetzung folgt.)