Es herrscht Verunsicherung beim Thema Fleischersatzprodukte, und ich rede hier nicht von Ihrem bevorzugten Erotikshop. Nein, es geht um Schweinkram in einem anderen Sinne. Die EU bewegt sich gerade mit der Frage »Wann ist eine Wurst eine Wurst?« hinein in eine neue kulinarisch-begriffliche Eindeutigkeit. Eine pikante, um nicht zu sagen gepfefferte Entwicklung! Ein Einschnitt in Sachen Aufschnitt! Eine Debatte, die vielleicht gar kein Ende hat, sondern zwei? Wichtig ist jetzt, dass in der politischen Auseinandersetzung nicht wieder alles durch den Wolf gedreht wird, die Kühlkette eingehalten wird und der Verlierer sich am Ende nicht als beleidigte Diskurs-Leberwurst bzw. deren schmierige Ersatzmasse auf Pflanzenbasis geriert. Unterm Strich macht so eine Diskussion vor allem eines: Hunger. Ein Blick in den Kühlschrank zeigt: Ich tendiere ohnehin zum Käse, genauer gesagt zum harten. Der weiche erscheint mir vor dem Hintergrund der Debatte auf einmal seltsam schwammig, semantisch schwer zu fassen und immer schon dem Zerfließen zugeneigt. Ist das überhaupt noch Käse? Wo verläuft hier die Grenze zum bloßen schleimigen Molkereinebenprodukt? Und wo ist eigentlich die EU, wenn man sie mal braucht? Aber das ist dann wohl ein schönes Thema für künftige Generationen. Nachdenklich: Ihr Dr. Peter Sloterdijk »Nur für Gäste« – die neue Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter. Ab jetzt jeden Mittwoch nur bei TITANIC! Beitragsnavigation Diese Jobs werden bald von der KI übernommen BookTok-Trope-Trends