Caren Miosga ist die „Neue“ bei den Tagesthemen Nach FAZ, Süddeutscher und Spiegel haben auch wir uns entschlossen, die schöne Unbekannte, die jetzt die Tagesthemen moderiert, mit einem empfindsamen Aufsatz zu kommentieren. Es war ein perfekter, ein glanzvoller Auftritt: Caren Miosga, die Nachfolgerin Anne Wills, hat sich gestern abend bei den Tagesthemen dem kritischen Auge des Publikums präsentiert. Nadelstreifen, gewagt, aber nicht unseriös, dazu ein T-Shirt mit recht weitem Ausschnitt: die Tagesthemen lassen wieder tief blicken; sie werden weiblicher, koketter. Charme versprühte Miosga ohne Ende; aus den kecken Augen lachte der Schalk, während Spitzbübigkeit, ja Schelmenhaftigkeit gelegentlich um ihre Mundwinkel herum zuckte. Die kühle, frostige, ja frigide Erotik Wills wird konsequent ersetzt: Süße, Charme, adrett gekämmtes wuschelweiches Kuschelhaar, gebändigt in einer kecken Kurzhaarfrisur auf dem puppenhaften Köpfchen – Schönheit und Aktualität sind in eine neue freche Harmonie eingetreten, auch bei den Tagesthemen. Mit großen glänzenden Kulleraugen sah sie in die Kamera, mit Augen, in denen besagter Schalk sich jetzt mit Erotik und Flirt, mit Weltläufigkeit und Naivität sich ein possierliches, immer seriöses, aber stets auch weibliches Stelldichein gaben. Was wunder! Carmen Miosga ist nämlich eine Frau, im Gegensatz etwa zu Buhrow, auch zu Wickert. Beide sind Männer, Miosga ist eine Frau, das ist anders – weiblicher, ja femininer. Ihre sanfte, helle (weibliche!) Stimme war lyrischer Sopran in Vollendung, im Gegensatz zu Wills krächzendem Reibeisen-Baß. Bis zum Schlußsatz – „bis morgen!“ – ein makelloser Auftritt! Lediglich die minimale anatomische Anomalie, Miosgas berühmte rechte Augenbraue, störte: gelegentlich zuckte sie ein bißchen zu stark, wodurch sie versehentlich fast wie ein menschliches Wesen wirkte. Auch hatte sie sich am Ende noch einmal versprochen, es war nicht mehr als eine klitzekleine sprachliche Holprigkeit, aber doch hörbar, letztlich unverzeihlich, nichts weiter als eine kleine Unexaktheit, aber doch ein dunkles Kainsmal auf einem Abend, der doch in jungmädchenhafter Grazie begonnen hatte: die Zuschauer sahen für einen Moment in einen Abgrund, in einen Schlangenpfuhl, ins grelle lodernde Inferno, in dem die Schreie der Verdammten widerhallen auf immerdar. Dann schloß sich der Abgrund aber plötzlich wieder, und auf einmal war wieder Frühling; Kinderlachen, Schalk, leicht sexualisierter Schabernack lag in der Luft – dank jener Frau, jener weiblichen Frau, die Miosga genannt wird und nicht Miasma. Wir freuen uns auf die nächsten Tagesthemen – „bis morgen!“ Beitragsnavigation Extremlesungen immer mehr in Mode Er lebt!