Heimatgleichnis, herbstlich

 

Im Zürcher Zirkus frieren Elefanten.

Bei Dülmen knöpfen Hände Mäntel zu.

Vor Ahlen kahlen Eichen, und vor Xanten

Steht schnatternd zwischen Xantner Kaffeetanten

Verloren eine Offenbacher Kuh.

 

Sie ist vom Feldweg zweimal abgebogen,

Und zweimal ging sie statt nach rechts nach links.

Es haben neue Schilder sie betrogen.

Noch gestern hat sie tausend Pfund gewogen,

Heut steht sie stumm und dürr wie eine Sphinx.

 

Jawohl, so stumm und strohhalmdürr wie jene,

Die oftmals falsch als stark beschrieben ward,

Als schwatzhaft fettes Trum mit Löwenbeene

(So jedenfalls die Mythen der Helene(n)).

In Wahrheit war die Sphinx taubstumm und zart….

 

Zurück zur Kuh: Was tun?! Ein armer Bauer

Beweint im armen Offenbach sein Los:

“Gut” dreißig Kinder darben voller Trauer.

Dann aber fällt ein großer Regenschauer

Auf Xanten, und die Kuh besteigt ein Floß.

 

Wer könnte ihre Freude, ach!! ermessen:

Der Regen schwemmt sie haargenau zurück.

Hey, Offenbach! Yep, du geliebtes Hessen!

Sie wird geschlachtet und dann aufgefressen

Moral: Hier ist das Gleichnis aus. “Zum Glück!”

(Gärtner)