00 00 Digitale Scham Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo. Ella Carina Werner Resümee »Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.« Volker Schwarz Verkettung glücklicher Umstände Die Katze hat letzte Nacht mit viel Radau eine prall gefüllte Blumenvase umgeworfen. Gleichzeitig ist aber auch die Rolle Küchenpapier vom Tisch gefallen und hat die Wasserlache, getreu ihrer Bestimmung, schweigend aufgesaugt. Dorthe Landschulz Geständnis Ich bin meist überfordert, wenn ich mehr als gar keine Sache auf einmal machen soll. Theodor Treidler Fahrplanlos Ganz klar, daß ich freundlich und hilfsbereit Auskunft gebe, wenn ich im Bus gefragt werde, ob dieser über die Goethestraße und den Marktplatz zum Hauptbahnhof fährt. Insbesondere und vor allem dann, wenn die Frage vom sichtlich nervösen Busfahrer kommt. Torsten Mausehund Es steht in den Sternen Seitdem ich die Horoskope für Fernsehzeitschriften schreibe, kann ich mein Schicksal endlich selbst bestimmen. Nora Backhaus Offer of the day Manchmal, ganz selten, nur für einen kurzen Augenblick, blitzt in mir der Verdacht auf, daß Cropped Flare Jeans, Half-Moon-Bags, Flat Mules, Off-Shoulder-Tops und Girlfriend-Jeans nur erfunden wurden, um Frauen davon abzulenken, etwas wirklich Relevantes mit ihrem Leben anzustellen. Aber dann stehe ich schon an der Kasse. Annalena Hagenah Wahre Liebe Bei Kinox.to wurde mir immer ein Mädchen angezeigt, das nur fünf Kilometer entfernt wohnt und mit mir chatten will. Jetzt bin ich vor kurzem in eine andere Stadt gezogen und erhalte dieselbe Anzeige immer noch. Ist mir doch glatt hinterhergezogen, die Süße! Ernst Jordan Meine Mutter hat anscheinend nie wirklich an mich geglaubt. In der Geburtsurkunde hat sie meinen Namen mit Anführungszeichen eingetragen. »Leonard Riegel« Frage an die Impfgegner Wenn Impfungen sowieso nur Schwindel sind, ein abgefeimtes Spiel der Pharmaindustrie, um uns für dumm zu verkaufen und dabei tonnenweise Geld zu scheffeln, warum gibt es dann noch keine gegen Ebola? Gegen Aids? Gegen ganz normalen SCHNUPFEN?! Mark-Stefan Tietze Alternative Sobald ich Alkohol getrunken habe, fängt meine Freundin derart an zu zicken, daß es kaum noch auszuhalten ist. Ich muß wirklich sagen, daß ich sie mittlerweile nur noch nüchtern ertragen kann. Uwe Geishendorf Unbekannt Als ich neulich bei meinem Adoptivbruder zu Besuch war, klingelte das Telefon. Da er gerade in der Küche herumhantierte, bat er mich, einen Blick aufs Display zu werfen, wer ihn da wohl kontaktierte. Ich antwortete, der Anrufer sei unbekannt, woraufhin er ins Wohnzimmer geeilt kam und meinte, mal lieber schnell ranzugehen. Es könnten ja schließlich seine leiblichen Eltern sein. Daniel Sibbe Ist es möglich, daß ich Gott bin? Auch ich bin jeden Sonntag fertig mit der Welt. Tim Esser Menüfinger, der Mittels ihres Menüfingers zeigen Menschen beim Bestellen auf das von ihnen gewählte Gericht in der Speisekarte – gerade so, als wäre der Kellner nicht in der Lage, die eigenen Produkte nur anhand des gesprochenen Wortes zu identifizieren. Robert von Cube Beitragsnavigation Briefe an die Leser | Juni 2016 Juni 2016