Stück für 24 Stimmen
(komponiert aus von WDR und Deutschlandfunk über Jahre hinweg gesendeten Original-Wortlauten)

Stimme 1:   Die Ouvertüre zur Oper
Stimme 8:   „Das Moloch und
Stimme 5:   die Pygmäe“
Stimme 1:   begann am Anfang still und verhalten.
Stimme 2:   Durch die leere Fläche klangen die
Stimme 11: Musikgeräusche.
Stimme 3:   Das Orchester spielte in abwechslungsreicher Besetzung, und sogleich wurde allen klar:
Stimme 4:   An mangelndem Selbstbewußtsein hatte es dem Komponisten nicht gefehlt. Er hatte die Oper
Stimme 5:   klanglich vertont
Stimme 9:   und damit Markensteine gesetzt.
Stimme 6:   Aber konnte er damit die Kluft aushebeln?
Stimme 7:   Kam ihm diese Rolle zuteil?
Stimme 8:   Spielte es überhaupt eine Bedeutung?
Stimme 9:   „Ich bin schon immer begeistert an Musik“,
Stimme 10: soll er gesagt haben, „aber für Fettleibigkeit bei Hörer bin ich nicht schuld.“  *
Stimme 11: Tatsächlich war er wesentlich vielfältiger,
Stimme 12: hatte aller Schwierigkeiten zum Trotz
Stimme 13: immer die Bildungskrise unterstützt.
Stimme 14: Auf die Frage „Faszinieren sich auch junge Menschen für so eine Musik?“ antwortete er :
Stimme 15: „Junge Menschen kann man noch gar nicht sagen, es sind Kinder!“
Stimme 16: Er selbst war 1954 in Hagen aufgewachsen.
Stimme 17: Der Vorhang hob sich. Gefahr lag im Raum
Stimme 18: und setzte den Operbetrieb lahm,
Stimme 19: so daß er an allen Ecken und Kanten fehlte.
Stimme 20: Höchstens für eine Sonatine hätte es jetzt noch gereicht, also für eine leichtfertiger angelegte Sonate.
Stimme 21: Deshalb beendete der mit weißen Handschuhen bekleidete Dirigent die Darbietung
Stimme 22: mit Bedachtheit.
Stimme 23: Das hätte ich mir nicht erträumen lassen.
Stimme 24: Die Hinterbliebenen der Greueltaten aber dankten es ihm.
(Applaus)

*Quelle: Wuppertaler Rundschau (1990er Jahre)