Braunschweig, Januar 2026: Nur die fleckige Verdunklung an der Wand erinnert noch an »Pepe’s Churro’s Laden«, dort, wo vor wenigen Wochen noch die Fässer mit benutztem Speiseöl im Hinterhof lagerten und nun das Innenleben des neu eröffneten Euroshops durchschimmert. »Wir hatten keine Ahnung, dass sich irgendwer für das alte Frittierfett interessieren könnte«, erklärt Peter Schmand, 61, genannt »Pepe«. »Am Anfang wurden die Fässer nur gelegentlich geklaut, dann schlugen sie immer öfter zu.«

Mit »sie« sind die mittlerweile bandenmäßig agierenden Altöldiebe gemeint. Der Branchenverband BDE spricht von einem »hohen Organisierungsgrad« und »Millionenschäden« (tagesschau.de). Als Schmand die Sicherheitsvorkehrungen verschärfte, drangen die Fetträuber gewaltsam vor.

»Wir holten die Fässer abends rein. Dann brachen sie in den Laden ein und verwüsteten alles. Überall zertretene Frittierkörbe auf dem Boden. Was sie durch die Churrospresse gedrückt haben, möchte ich gar nicht erzählen. Sie wollten eindeutig ein Zeichen setzen: Wenn  ihr die Fässer vor uns versteckt, dann scheißen wir euch in die Churrospresse.«

Weil Recyclingunternehmen und Raffinerien Altfett für die Gewinnung von Biodiesel benötigen, zahlen sie dafür stattliche Summen. Für eine Tonne gibt es 900 Euro, längst ist vom »tranigen Gold« die Rede. Da Gastronomiebetriebe ihr Altöl meist draußen im Hinterhof lagern, ist es für die Rahm-Räuber leichte Beute: Schmiere stehen, hineingleiten, zuschlagen.

Doch der Polizei fehlen die Mittel, um die Diebe zu fassen, sie rutschen den Beamten immer wieder durch die Finger, entgleiten ihnen, glitschen auf und davon …

 

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