Sie, Hobbyhistoriker Boris Becker, haben jetzt auf X vertrauensvoll den Post des Accounts »History Nerd« geteilt und dessen topaktuelle Behauptung, ein gewisser Adolf Hitler sei gar nicht 1945 im Führerbunker gestorben, sondern lebte noch in den fünfziger Jahren putzmunter in Südamerika. Das berichtet die Jüdische Allgemeine, und die ist in Sachen »Hitler« womöglich nicht ganz so unbefangen wie Sie. Nun ist uns dieser Herr Hitler nicht persönlich bekannt, sondern lediglich vom Hörensagen, aber da wir immerhin Sie vom Sehenhören kennen, möchten wir mit Ihnen und Ihren 640 000 Followern auch etwas teilen: Wir wissen aus absolut mitteilenswerter Quelle, dass sich dieser Adolf Hitler noch bis vor kurzem zum Tennisspiel traf. Mit einem gewissen Jörg Haider. Und warum? Weil, lieber Herr Becker, Geschichte wie Tennis ist: ein Rückschlagspiel. Aber das darf ja heute in Deutschland niemand mehr laut schreiben, außer: Titanic Es geht Ihnen, Nikolaus Blome, wenn wir das richtig verstehen, in Ihrer Spiegel-Kolumne darum, der Welt mitzuteilen, wie toll diese doch eigentlich wäre, wenn alle Menschen nach Ihrem etwas vorlaut vorgetragenen Konservatismus handeln würden. Auch sprachlich entscheiden Sie sich regelmäßig für Beständigkeit und scheuen mithin nicht die abgegriffene Formulierung. Als Sie jetzt das Bürgergeld verteufelten und es weitestgehend abschaffen wollten, schrieben Sie zu dessen Reform: »Es wird die Mutter aller Schlachten um die Lern- und Reformfähigkeit des Landes und den Kurs der künftigen Regierung.« Offenbar war das zuerst auch die Überschrift Ihres Artikels. Aber warum musste die weichen? Weil sich das Sprachbild in der »Mutter aller Festivals«, der »Mutter aller Probleme«, der »Mutter aller Filme« oder der »Mutter aller Bomben« schon so oft niedergeschlagen hat, dass das halbe Internet voll damit ist? Oder doch, weil die Rede von der »Mutter aller Schlachten« einst durch den irakischen Diktator Saddam Hussein im Zweiten Golfkrieg recht populär wurde? Da der damals nicht im Sinne von Hussein ausgegangen ist, bleibt, Blome, praktisch die Mutter aller Fragen, was Sie eigentlich sagen wollten: dass eine Bürgergeld-Reform am Einsatz einer Luftlande-Division der USA scheitern wird? Sie deshalb demnächst »menschliche Schutzschilde« für den Neoliberalismus fordern werden? Oder dass der Vater des Gedankens, Konservatismus hin oder her, in Geschichte ein bisschen ahnungslos ist und es ihm ein wenig an Lernfähigkeit mangelt? Titanic Gut gebrüllt, Popsängerin Sarah Connor, haben Sie im Zeit-Interview mit Ihrer Forderung: »Beenden Sie die Zucht und die Shows!« Als wir Ihnen schon ob so viel Selbstkritik zu Ihrer Entscheidung gratulieren wollten, mit »X Factor«, »The Voice of Germany« und all den anderen Castingformaten abzurechnen, an denen Sie jahrelang beteiligt waren, lasen wir allerdings noch den Rest des Interviews, und siehe da: Es ging dann doch bloß wieder um Ihre Free-Willy-inspirierten Einlassungen zu Wal-Shows auf den Kanaren. Wünscht Ihnen ebenfalls eine eigene Bucht: Titanic Für ziemlich schlau, Prof. em. Herfried Münkler, halten Sie sich seit jeher, was bei jedem Ihrer öffentlichen Auftritte, Interviews etc. pp. zu besichtigen und zu hören ist. Im Deutschlandfunk regten Sie nun an, zwei Reden von Wladimir Putin von 2001 und 2007 zu vergleichen. Es gehe darum, »nicht so schlampig drüber hinweg« zu lesen, was bisher offenbar niemand außer Ihnen geschafft hat. Aber selbst wenn es stimmen sollte, dass allein Sie akkurat vor sich hin lesen können, ist das doch wohl ziemlich sinnlos. Denn Ihre aus Ihrer Lektüre gewonnenen Prognosen nach Russlands Angriff auf die Ukraine zum Beispiel, in denen Sie die Ukraine für »verloren« erklärten, oder dass es für diese »keine Eigenstaatlichkeit« mehr geben werde, sind bisher ja nun nicht eingetroffen. Sogar die FAZ, nicht gerade der Hort der Obrigkeiten-Schelte, kam kürzlich zu dem Schluss, Sie, Münkler, passten Ihre »politischen Analysen gerne an den Gang der Dinge an«. Das wollte Ihnen sicherheitshalber mitteilen, nicht dass Sie schlampig drüber hinweglesen, Ihre stets sorgfältige Titanic Jason Statham, alter Haudrauf! Nachdem Sie letztes Jahr im Rache-Actioner »The Beekeeper« als Imker einen soliden Blue-Collar-Beruf ausgeübt haben, kann man Sie derzeit noch proletarischer erleben: In dem aussagekräftig betitelten Thriller »A Working Man« schafft Ihre Figur, ein ehemaliger Royal Marine, nämlich als Vorarbeiter aufm Bau. Stark! Die Zeiten der Gentleman-Scharfschützen und Anzug-Agenten scheinen vorbei zu sein, ein ganzes Genre entdeckt die Arbeiterschicht für sich. Auch eingedenk des rezenten Spionage-Halligallis »The Bricklayer«, in dem Ihr Kollege Aaron Eckhart einen Maurer verkörperte, freut sich schon darauf, Sie bald als Klempner, Kfz-Mechaniker oder Schweinewirt kräftig zupacken zu sehen: Ihre Klassengenossin Titanic Hart getroffen, »Spiegel«, hat uns auch Deine Überschrift »So hart trifft Deutschland die Klimakrise«! Wir hoffen, dass sie durch den Aufprall nicht zu arg beschädigt wurde, das Ausbeulenlassen würde bestimmt Milliarden kosten. So hart drücken die Daumen: Die Krisenmanager/innen von Titanic Liebes »ZDF«, in der Berichterstattung zum zehnten Jahrestag des Absturzes der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen hast Du Deinen Korrespondenten aus Haltern berichten lassen, der Stadt, aus der viele Opfer stammten, die in dem Flugzeug von einem Schüleraustausch zurückreisten. »Angehörige, Familienmitglieder haben sich noch einmal versammelt, viele andere Bürger aus Haltern, die sich gegenseitig Halt geben wollen. Das versuchen sie ja im Grunde genommen seit zehn Jahren jetzt, sich gegenseitig Halt zu geben … Aber es ist halt nicht so einfach.« Halt! riefen wir da instinktiv und hatten schon ein bisschen Mitleid mit dem Kollegen, denn aus diesem Stück aus Haltern mit Haltung rauszukommen, ist halt auch nicht so einfach. Begleitet gern sprachliche Sinkflüge: Titanic Sie wiederum, Sigmar Gabriel, warnen vor Elon Musk und dem Einfluss von Superreichen auf die US-Politik. Trump sei für die Chefs großer Tech-Unternehmen »nur ein nützlicher Idiot«. Er solle für sie die Institutionen der Demokratie schleifen und Barrieren beim Geschäftemachen abbauen. Wir sind uns da nicht sicher. Sollte man nicht bedenken, dass Trump selbst nicht gerade arm ist und das, was Sie beschreiben, womöglich sehr bewusst, quasi aus Überzeugung und nicht zuletzt aus eigenem Interesse tut? Nichts für ungut, Gabriel, aber die Bezeichnung »nützlicher Idiot« halten wir in diesem Sinne für ein wenig, nun ja, idiotisch. Erwartet Ihre Entschuldigung beim US-Präsidenten innerhalb der nächsten 14 Tage: Titanic Ach, Hallervorden, Sie ließen es sich nicht nehmen, antiwoke im Fernsehen rumzuboomern und das N-Wort in einen alten Sketch einzubauen. Wir wollen im Gegenzug nur kurz darauf hinweisen, dass wir selbstverständlich nichts gegen seltsam redende alte Säcke mit feuchter Aussprache haben, deren berühmteste Worte aus Kindersprache bestehen, ebenso nichts gegen Opis, die sich ihr lächerliches Resthaar über die Glatze bügeln, überdies mit 31 Jahre jüngeren Frauen verheiratet sind und glauben, die jungen Ladys hätten sie wegen ihrer geistreichen Bemerkungen und des unwiderstehlichen Aussehens ausgewählt statt der Hoffnung auf ein bald eintretendes Erbe bzw. Ende. Schließt sich dieser Hoffnung an und versteht ansonsten aber wenig von Satire: Titanic In Ihrem neuen Roman, »SZ«-Redakteur Michael Ebert, schicken Sie einen modernen Hiob auf Selbstfindungstrip, bis er im Männerseminar landet. Derlei Veranstaltungen zur Entfesselung des inneren Kriegers für großen Quatsch zu halten, ist Ihr gutes Recht. Allerdings beschleicht uns der Verdacht, Ebert, dass Sie Ihre Kritik am kommerzialisierten Männlichkeitskult, der schreibenden Zivilisationskrüppeln wie Ihnen und uns das Geld aus der Tasche ziehen will, vielleicht nicht gerade optimal formuliert haben, als Sie der Interviewerin vom Deutschlandfunk anvertrauten, Sie hätten das fragliche Seminar zur Überwindung jedweder Weichei-Mentalität nicht selbst besuchen können, weil Sie sich nicht hingetraut haben. Zu mehr Protein-Shakes statt Wässerchen am Schreibtisch rät: Titanic Sagt mal, Kölnerinnen, was müssen wir von Euch hören und lesen in letzter Zeit? »Kölnerin verursacht Kreuzungs-Crash: Dann stellen die Beamten etwas bei der Frau fest«, verkündet clickbaitend und mit fragwürdiger Interpunktion Tag24. Eine andere von Euch konfrontierte kürzlich ihre Eltern mit einem erschreckenden Coming-out und steckte das Ganze offenbar direkt auch dem Kölner Stadt-Anzeiger, der jedenfalls titelte: »Mama, ich will ins Kloster eintreten – Kölnerin wird mit 19 Jahren Ordensschwester«, und auch Express.de, Kölnerinnen, kann sich über Euch nur noch wundern: »Sie soll aus Wohnung raus: Nach Schlagzeilen über Kölnerin Paula (94) – es wird immer mysteriöser«. Überhaupt scheint Ihr über die Maßen alt zu werden: »Noch im eigenen Haus: 100jährige Kölnerin schwört auf Arbeit – und Eierlikör«, meldet anerkennend wiederum der Stadt-Anzeiger. Und da schließt sich dann doch, mit Ausnahme der Sache mit der Arbeit, dem Crash, den mysteriösen Schlagzeilen und dem Kloster, Eierlikör schlürfend ganz gern an: Titanic Prost Mahlzeit, liebe Fernsehköche! Als aufmerksame Zuschauer/innen von Docutainment-Formaten, in denen Ihr andere Gastronom/innen »rettet« (»Rosins Restaurants«, »Die Kochprofis«, »Raue – der Restaurantretter« usw.) wissen wir: Nichts kränkt den geschundenen Fernsehkochstolz von Euch Möchtegern-Ramseys so sehr wie Quereinsteiger/innen, die sich anmaßen, ein gastronomisches Unternehmen ohne entsprechende Erfahrung, Ausbildung oder gar Talent anzugehen. Das könnt Ihr immer gar nicht fassen, mit welcher Hybris diese Dilettant/innen glauben, Euer Handwerk zu beherrschen. Witzig ist nur, dass Ihr diesen Unglauben im Fernsehen in eine Kamera sprecht oder in ein Mikrofon auf einer Bühne. Und wenn dort kein Platz mehr ist, haltet Ihr Eure Weisheiten in Büchern fest – das lernt man ja auch alles nicht unbedingt in der Kochschule, oder? Also schaltet mal auf Sparflamme: Titanic Finnischer Ministerpräsident Alexander Stubb, Sie haben Donald Trump getroffen, um über den Ankauf von Eisbrechern aus finnischer Produktion zu verhandeln. Wir hoffen nur, dass Trump nicht als Gegenleistung für Sie, den Angehörigen eines Volkes, das für seine gehemmte Art der Konversation bekannt ist, das Eis mit einem einfachen »Hello there!« gebrochen hat. Das wäre doch ein klassischer »bad deal«. Näkemiin! Titanic Beherzt und empathisch hast Du, irischer Fußballverein Cork City, auf die Erkrankung Deines Spielers Ben Dumigan reagiert. Als der 16jährige wegen einer hypertrophen Kardiomyopathie (vulgo: einer Verdickung der Herzkammermuskulatur) seine Karriere beenden musste, hast Du ihm öffentlich Deine Solidarität ausgesprochen. Aber sag mal, irischer Fußballverein Cork City: Musstest Du diese Nachricht in der offiziellen Pressemitteilung wirklich »with a heavy heart«, also »schweren Herzens« durchgeben? Der arme Kerl wird doch am Ende denken, er sei ansteckend! Nimm’s Dir nicht zu Herzen, rät: Titanic Eckart von Hirschhausen! Sie warben zuletzt in mehreren Internetvideos für fragwürdige medizinische Produkte. Doch dann das: Das waren gar nicht Sie, sondern ein mit Künstlicher Intelligenz generierter Hirschhausen! »Es ist wirklich gruselig. Mittlerweile passen die Mundbewegungen sogar zu dem, was die gefälschte Stimme sagt«, sagten Sie im Zeit-Interview. »In einem Video sitze ich bei Maischberger und halte plötzlich eine hineinmontierte Schachtel in der Hand.« Da stimmen wir Ihnen voll und ganz zu, Hirschhausen: Dass man Sie via Deepfake multiplizieren und noch viel öfter als sowieso schon auftreten lassen kann, ist wirklich gruselig! Es ist genau genommen die mit Abstand furchterregendste KI-Dystopie, die uns bislang zu Ohren gekommen ist. Betet zu Gott, dass das nicht noch mal passiert: Titanic Zutiefst verwirrt, Etappenschweine von welt.de, waren wir, als Euer Wirtschaftsexperte Dietmar Deffner sich mit den Worten »Jetzt ist es wirklich ein Blutbad, was wir sehen: Rheinmetall startet mit einem Minus von 27 Prozent« über Kursturbulenzen an der Börse beklagte. Denn gib’s zu, welt.de: Das eine oder andere Blutbad, das ist doch genau das, was sich Du und Deine Granaten von Rheinmetall erhoffen! Meldet den Deffner daher umgehend dem Döpfner: Titanic Respekt, mutmaßlicher Drogendealer! Sie wurden geschnappt und der RBB hat dazu geschrieben: »Mutmaßlicher Drogendealer mit mehr als 20 Kilo Ecstasy gefasst.« Mit 20 Kilo intus noch gefasst? Wir sind ja meist schon nach dem ersten Teil vollkommen aus dem Häuschen! Meint total begeistert von diesem Witz, yeah: Titanic Hey, »Arte«! Stark, wie Du den Zuschauern in Deiner Doku »Geheimakte Rudolf Steiner« derzeit den Anthroposophen-Guru nahebringen willst. Steiner sei also eine Art Influencer gewesen, erfahren wir da. Seine Korrespondenz mit Freunden und Familie stellst Du darum passenderweise in Chatnachrichten in I-Phone-Optik dar, und obendrein gibt es sogar einen KI-Steiner zu sehen, der seine – nun ja – Ideen in einem Instagram-Fenster verlautbart. Letztlich, so weiß eine Expertin für Marketingstrategien und Influencertum zu berichten, sei auch Steiner »ein Marketingstratege« gewesen. Steiner habe sich etwa mit Nietzsche-Zitaten »geschmückt. Heute würde man das einen Repost nennen«, so die Expertin weiter. Denn wie sollten Otto-Normal-Internet-Trottel wie unsereins sich eine Vergangenheit mit längst vergessenem Brimborium wie Briefen und Büchern sonst überhaupt noch vorstellen können, wenn nicht mittels schiefer Vergleiche mit dem üblichen Social-Media- und Marketing-Quatsch, der nun offenbar also auch rückwirkend alles einebnen und gleichmachen soll? Immerhin: Dank derart Doku gewordenem Hirnkrampf kann nun auch die gestandene Anti-Steiner-Fraktion bei Titanic schon etwas mehr mit seiner Denkschule anfangen: Wer möchte nach diesen eineinhalb Stunden schließlich nicht sein Endgerät samt Zugang zur Arte-Mediathek für immer auf den Schrottplatz geben? Quasi ein dauerhafter Log-out. Du verstehst? Winke-Smiley von: Titanic Jan Ullrich! Zwei Ihrer drei Söhne widmen sich ebenfalls dem Radrennsport, gaben Sie in einem Interview preis und fügten hinzu: »Ich drücke die Daumen.« Dann drücken wir doch auch die Daumen. Auch wenn wir uns nicht ganz sicher sind, was wir den Sprösslingen wünschen sollen. Dass die Karriere und der Tritt in Papas Fußstapfen gelingt? Erste Radrennerfolge, dann Dopingmissbrauch, betrunken Autofahren, Anzeige wegen Körperverletzung, Koks und zu guter Letzt Prügelei im Garten von Til Schweigers Söhnen auf Malle? So oder so: Toi, toi, toi! Titanic Howdy, Amis, was mussten wir da kürzlich in der Braunschweiger Zeitung lesen? »Die Eierpreise sind im ersten vollen Monat von Trumps Amtszeit um 60 Prozent gestiegen.« Keine Überraschung, aber dann: »Ein Dutzend kostet vielerorts bis zu zehn Dollar – etwa so viel wie ein Munitionsmagazin für Schnellfeuergewehre.« Well, Amis, da weiß man ja gar nicht, wofür man sich beim Shoppen entscheiden soll: Was Leckeres zum Frühstück oder eher was Nettes für den Rest des Tages? Und wären da nicht Eierhandgranaten ein hübscher Kompromiss? Sincerely not yours: Titanic Holla, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann! Bislang hatten wir Sie ausschließlich als fiese Giftspritze des wirtschaftsradikalen Nationalkonservatismus kennengelernt. Seit die Bundestagswahlergebnisse Ihnen jedoch eine punktuelle Zusammenarbeit mit den ehemaligen Feinden von der ökosozialistischen Volksfront abverlangen, beobachten wir Sie auch gerne bei Ihren ersten, ungewohnten Schritten auf dem diplomatischen Parkett. So lasen wir im Koalitionsgesprächsblog der Süddeutschen erfreut, dass Sie mit einigen der derzeitigen Verhandlungen zufrieden seien, mit anderen dagegen nicht so, Ihnen allerdings sowieso nur wichtig sei, dass ab jetzt alles in die von Ihnen gewünschte Richtung gehe. Alles stelle sich also insgesamt ganz vielversprechend dar – mit lediglich einer Einschränkung: »Aber die andere Seite der Medaille, die muss jetzt folgen. Ansonsten wird auch das viele Geld nicht nutzen.« Der kommende Koalitionsvertrag müsse nämlich »einen Zukunftsatem tragen, der auch wirklich trägt und nicht nur weiße Salbe ist«. Diesen tragenden Zukunftsatem wiederum, Herr Linnemann, der nicht nur weiße Salbe ist und sich auch nicht weiter in einem Metapherngestrüpp verhakt, dürfen wir uns auf der anderen Seite der Medaille nicht zufällig als Ihren toxischen Odem vorstellen? Und zwar von ganz nahem? Beißt wahrscheinlich: Titanic Spielerisch, Nato, hast Du bei einer Übung den Kriegsfall geprobt, und zwar mit einem eigens dafür erstellten Brettspiel. Das nennst Du wenig einfallsreich »Wargame«. Uns würde ja interessieren, an welche reale Vorlage Du wohl das Regelwerk angelehnt hast: Call of Duty? Sniper 3D? Oder doch eher Cards Against Humanity? Fragt natürlich nur im Spiel: Titanic Immer feste druff, »Sächsische Zeitung«! Eine junge Frau wird Opfer häuslicher Gewalt, zieht dann aber überraschend ihre Aussage zurück, weil sie inzwischen mit dem Täter verlobt ist. Das wirft Fragen auf – bei Euch vor allem die, wie Ihr diesem Downer-Thema einen unterhaltsamen Spin verpassen könnt. Warmgeboxt habt Ihr Euch mit der Schlagzeile »Heiratsantrag nach Prügelorgie«. Die als Möglichkeit in den Raum gestellte Kausalität verblüfft, und die Wortwahl geht voll auf die Zwölf. Eure Online-Ausgabe haut sogar noch ein Wortspiel raus: Der Angeklagte dürfe »vor Gericht hoffen, mit einem blauen Auge davonzukommen«. Bravo, technisches K. o. schon im Einleitungstext! Grün und blau vor Neid: Titanic Beitragsnavigation Fein raus dank »Freispruch-Feller« Vom Fachmann für Kenner | Mai 2025