Instarraldo Ein paar Kartoffeln in Alufolie liegen auf Steinen aufgereiht, ein Stück Fleisch auf einem rostigen Grill, das Knistern der Kohle erinnert bereits entfernt an das Geräusch alter Filmrollen. Dahinter steht breitbeinig und barfuß in Sandalen – ja, doch – Werner Herzog. Die Hände in den Taschen erklärt er sein überraschendes Erscheinen auf Instagram. Das Stück Fleisch liegt noch roh vor ihm, Rauchfäden schlängeln sich empor. Was soll das alles bedeuten? Vanitas? Ein Kommentar zum heimtückischen Angriff auf das Leben im Geist und Körper verschlingenden Aufmerksamkeitskampf sozialer Medien? Ein neuer Foodtrend in der Mache? Nein, er wolle in Zukunft Ausschnitte seiner Arbeit und seines Alltags teilen, erklärt Herzog. Und das hätte es streng genommen gar nicht gebraucht, das Auftakt-Reel ist für sich schon eine runde Sache. Es fehlt allein der Abspann, ein Affiliate-Link zum Sandalenmodell vielleicht. Herzog im leicht straff sitzenden Pullover passt sich jedenfalls bestens ein. Die sonore Stimme durchdringt die Samstagnachmittag-Gartenatmosphäre, das genügt und gibt dem Medium recht. Es muss längst kein Schiff mehr durch den Amazonas-Dschungel bugsiert werden und die kleineren und größeren Kinskis beschenken sich heute bekanntlich mit Herzchen. Beitragsnavigation Eugen Egners »Gift gibt Kraft« Vorschlag zur Güte #79