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Wer lacht, hat Macht. Wer zum Lachen bringt, hat erst recht Macht. Das haben wir Feministinnen uns zu spät klargemacht. Wir haben diese Rolle zu lange den Männern überlassen.

Maren Kroymann

Tanz den Adolf Hitler

Er war, in jedem Verstand, von meinem Schirm verschwunden, der Oliver Kalkofe, weil mir die Türen, die er als TV-Parodist und -Kommentarist einrannte, immer ein wenig zu offen standen und mir sein Stil aus Alliteration und Darmausgang zu begrenzt vorkam. Jetzt spielte mir der Youtube-Algorithmus aber Kalkofes Clips zur AfD und dem sie ermöglichenden Wutbürgertum aufs Gerät – und hinterließ mich begeistert. Denn ist Satire wesensmäßig etwas Grobes, darin mich (und Georg Christoph Lichtenberg, »Sudelbücher«, D 223) tendenziell Unterforderndes (und eine feine Übertreibung ein Widerspruch in sich), so gewinnt sie als Parodie, in welcher sich Grobheit durch Grobheit aufhebt, alle Grazie zurück, mindestens dann, wenn Anverwandlung und Pointierung einander nicht stören. Man muss das genau treffen, und besser als der mit allen medialen Abwässern gewaschene Kalkofe habe ich jedenfalls noch niemanden die »weinerlich überspannte Nazi-Diva« Höcke demontieren sehen. Wann immer die kleinen und großen Parteigänger der völkisch Alternativen vorkommen, steht die Tür zwar immer noch weit offen; aber der gute Demokrat und Antifaschist Kalkofe, wie soll ich sagen: tanzt hindurch.


Noch mal Australien

Verzeihen Sie mir diesen Einstieg, aber: Down Under stellt gerade die Surreal- und Crude-Comedy-Szene auf den Kopf. Mit »Aussie Humour« – ironisch, vulgär, voller Slang und aus dem Leben gegriffener Dialoge – mischen Aunty Donna (gerade erst gewürdigt in TITANIC 5/26) schon länger die Sketch Comedy auf, während »The Big Lez Show« und ihre Auskopplungen mit Dada-, Gaga- und auch mal Kacka-Humor (sowie einem verblüffend Helmut-Kohl-ähnlichen Protagonisten) einen festen Platz in meiner Youtube-Playlist haben. Vergangenheit ist hingegen die animierte Serie »Smiling Friends«, die im April dieses Jahres nach drei Staffeln auslief. Und das in Würde, denn trotz bereits verkaufter Verlängerung sahen die Macher Zach Hadel und Michael Cusack ihre Schöpfung als voll- und damit auch beendet an.

Höchste Zeit, darüber zu sprechen. Die Serie begleitet Charlie und Pim, zwei Angestellte des titelgebenden Wohltätigkeitsunternehmens – eben: »Smiling Friends« – dabei, wie sie Menschen beruflich zum Lachen bringen sollen. Während man sich als Zuschauer dabei an eine allgemein chaotische Atmosphäre und einen zwischen Minimalismus und Hyperrealismus changierenden Animationsstil mit beunruhigenden Nahaufnahmen gewöhnen muss, schlagen sich die beiden Helden mit Figuren wie dem manischen Sitcom-Star Mr. Frog oder dem todunglücklichen Gamer Shrimp herum (beides die Tiere, die die Namen andeuten). Vor allem aber begegnen ihnen die Herausforderungen einer bitteren und unfreundlichen Welt: Bereits in Folge eins sollen sie einem Mann helfen, der derart suizidal ist, dass er sie schon mit Revolver an der Schläfe begrüßt, diesen auch weder auf einer Party noch im Vergnügungspark je wegnimmt und erst lachen kann, als er den Lebenssinn in brutaler Schädlingsbekämpfung wiede…