TITANIC-Auslandsbüro: My Goodness!
Dublin. Wegen weltweit gestiegener Nachfrage steht den Iren über die Weihnachtstage womöglich ein Mangel an Guinness bevor. Wirte auf der grünen Insel rechnen jedenfalls schon fest damit, das malzig-cremige Gesöff streng rationieren und gegen aufbegehrende Landsleute verteidigen zu müssen. Auch in der irischen Regierung ist man zutiefst besorgt. “Wir wissen nicht, wie der Organismus reagiert, wenn die jahrzehntelang konsumierte Guinness-Tageszufuhr von fünf bis sechs Litern plötzlich unterbrochen wird”, lallt Colm Burke vom Staatsministerium für Wohlbefinden und nationale Drogenstrategien. Er befürchtet das Schlimmste: “Entweder entwickeln wir uns unter dem Eindruck der Knappheit zu Zombies, oder wir werden zum ersten Mal seit unserem sechsten Geburtstag komplett nüchtern und zeigen der Welt unser wahres Gesicht.” Dass beide Szenarien auf ein ähnliches Ergebnis hinauslaufen könnten, mag Burke sich lieber nicht vorstellen: “Staatliche Brauküchen liefern bereits jetzt pausenlos Guinness-Substitute auf Whisky-Kartoffelsuppen-Basis an Pubs im ganzen Land aus. Wenn dort alle Gäste gerade noch so besoffen sind, dass sie den Unterschied nicht merken, können wir die Apokalypse vielleicht noch abwenden.” Bei allem Unbill sieht Burke in “der größten Katastrophe seit der englischen Besatzung” aber auch etwas Gutes: “Die Aussicht auf Protestanten und Katholiken, die sich in Nordirland nach Überwindung der Bierkrise völlig knüll in den Armen liegen, ist absolut real. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muss mir mein stündliches Pint mal eben intravenös spritzen. Sláinte!”
PH