Skateboardhändler Titus insolvent
Pardauz! Nach jahrelangen Höhenflügen mit diversen Drehungen und Verrenkungen scheint es, als habe Funsportartikelverkäufer Titus »seinen letzten Looping geschlagen«, wie man im Skateboardjargon zu einem tödlichen Slam sagt. Weil die Kosten für die Markenklamotten der Belegschaft zuletzt astronomisch gestiegen waren, musste Deutschlands Nr. 1 in Sachen Skateboards und schlecht sitzende Hosen nun Insolvenz anmelden. »Im Grunde grinden wir schon seit Jahren am Konkurs entlang«, sagt Titus-Gründer Titus Dittmann. »Unsere Zahlen sind so rot wie früher die blutenden Zwölfjährigen in unseren Shops, wenn sie wieder Omas Erspartes für Formsperrholz und überteuerte Plastikkleidung ausgegeben haben, harharhar.« Leider interessiere sich »die Jugend heute nur noch für Hip-Hop, Gameboys und Pokémon und diesen ganzen Kram«, deswegen seien sie jetzt schlecht dran. Inzwischen hat Titus seinem Sohn Julius das Geschäft übergeben. Der will das Familienunternehmen mit einem selbstgebastelten Sanierungsplan retten. »Skateboarding heißt vor allem, alleine auf die harte Tour zu lernen, was mit fremder Hilfe easy und schmerzarm möglich wäre, aber halt auch kein Punkrock«, sagt Julius und drückt seine Zigarette im Ohr von Adoptivsohn Brutus aus. »Ich habe mir das wichtigste BWL-Know-how zusammengegoogelt, in irgendeiner Spelunke an die Toilettenwand getaggt und draufgepisst. Wenn ich nur wüsste, wo das war!?« In ein paar Jahren soll der Insolvenzprozess, der laut Julius »ganz sicher irgendwas mit Krypto-Investments zu tun hat«, abgeschlossen sein. Damit will Julius »einen Looping über den Rubikon schlagen«, wie man im Skateboardjargon zu einem Neuanfang sagt.