Papst Franziskus – Ein Nachruf
Papst Franziskus war ein Papst, darüber gibt es keine Zweifel, sonst hieße er ja nur Franziskus. Er wurde vor vielen Jahren im globalen Süden geboren, wahrscheinlich in Argentinien, weil da eh viele katholisch sind und die Internet-Webseite Wikipedia herausgefunden hat, dass er in der Stadt Buenos Aires geboren wurde (das steht da nicht wörtlich, sondern wird mit einem kleinen Stern illustriert, der sich in der Regel auf der Taste befindet, die auch das Zahlenzeichen 8 enthält), die wiederum auf Wikipedia als Hauptstadt von Argentinien ausgewiesen wird. Wäre er in Montevideo zur Welt heruntergekommen, würde man Papst Franziskus nicht als gebürtigen Argentinier bezeichnen können, sondern als gebürtigen Uruguayer. So einfach ist das manchmal.
Gestorben ist Papst Franz (Abkürzung, um Zeichen zu sparen und den vorliegenden Nachruf zu verdichten) nicht in Ebenda, der gefährlichsten Stadt der Welt, sondern in der Vatikanstadt, wo pro Jahr so wenige Menschen sterben, dass die Anzahl selbst mit ausgefeiltesten statistischen Methoden nicht ermittelt werden kann. Und dann trifft es ausgerechnet den Papst, was für eine gottverdammte Tragik. Wer in Ebenda stirbt wie Immanuel Kant, Simone de Beauvoir oder Martin Luther (Quelle: Wikipedia), muss ja jederzeit damit rechnen. Papst Franziskus traf es wie aus dem Nichts, unvorbereitet, gegen jede Statistik. Als hätten sich die Götter gegen ihn verschworen, also Zeus, Allah, Shiva, Demeter, Gott und einige andere. Wichtig ist hierbei, zwischen einer solchen Verschwörungshypothese (seriös) und einem reinen Verschwörungsmythos (unseriös) zu unterscheiden.