Wie Ullrich Fichtner in einem bemerkenswerten Spiegel-Essay („Nackt, grob, scharf – Wie Franzosen staunend auf das sich lustvoll wandelnde Deutschland sehen“, Spiegel 20/2007) bemerkt, sind die Franzosen neuerdings voll „verwunderter Bewunderung“ über „das sich lustvoll wandelnde Deutschland“. Wie Fichtners Schreiben weiter schreibt, beobachten die Franzosen nicht erst seit der Fußball-WM, wie die Deutschen „sich seltsam lustvoll verwandeln“: „Schon lange zuvor flimmerten die Bilder der ‚Love Parade‘ auch in die französischen Wohnzimmer wie eine Postkarte aus einem verblüffend aufregenden, unerhört sexualisierten Land.“ Wie Fichtners flimmernder, unerhört sexualisierter Postkartenessay weiter ausführt, gehe die Verwunderung der Franzosen zunehmend ins Lustvolle: „Daß die Deutschen nun nicht mit Säbeln, sondern mit Intimschmuck rasseln, dass sie sich als anständige Europäer und entspannte Demokraten entpuppen, lässt Frankreich gelassen bis indifferent neben den Deutschen herleben.“

 

Laut Fichtner wird die gelassene Indifferenz bzw. lustvolle Verwunderung der Franzosen über die als anständige Europäer lustvoll mit Intimschmuck um sich wirbelnden Deutschen weiter anhalten. Nicht zuletzt die erotische Fußball-WM in den Farben Schwarz-Rot-Goldenerintimschmuck habe die Indifferenz der französischen Lust zu unerhört sexualisierter Bewunderung seltsam lustvoll verwandelt. Am größten sei die bewundernde Verwunderung der Natione Grande allerdings angesichts der wachsenden Zahl von lustvoll in die französischen Wohnzimmer flimmernden deutschen Pfusch-Essays.