Criminal Credit Suisse
Da wird nicht an Kritik gespart: Credit Suisse akzeptierte jahrelang Kriminelle und Korrupte als Kunden. Das beweisen Daten, die der Süddeutschen Zeitung durch ein Käseloch-großes Leak im Bankgeheimnis zuspielt wurden. Dabei zeigt sich, dass die Schweizer Großbank ihr Kunden-Portfolio geschickt diversifiziert: Autokraten, Oligarchen, Waffenschieber, Drogendealer, Menschenhändler ebenso wie Geheimdienstchefs oder mutmaßlich korrupte Kardinäle. Hat das Schwarzgeldinstitut also seine Sorgfalts- und Prüfungspflichten verletzt? “Wir sagen es Franken und frei: Sicher nicht!” heißt es aus dem Umfeld der Credit Suisse: “Für uns zählen bei jeder Kunden-Prüfung Goldstandards, also die Frage: Ist das Gold, das die Verbrecher hier einzahlen wollen, auch echt?” Außerdem habe man längst bei Einzahlungen aus zwielichtigen Quellen harsch reagiert: “Kreuzt jemand im Kundenformular bei ‘Beruf’ die Kategorie ‘Groß-Krimineller’ an, wird ihm automatisch bei der Kontoführungsgebühr ein ‘Böser-Büebli-Aufschlag’ von 0,00003% berechnet.” Gleichzeitig drohe bei zu strengen Regeln die Gefahr, dass dieser Kundenstock Richtung Kryptowährung abwandere. “Und ist es nicht schön, wenn es auch in diesen digitalen Zeiten noch ein bisschen gute alte Papier-und-Münzgeld-Kriminalität gibt?”