Trash 2.0 Es ist vorbei, das Internet ist kaputt. Noch spektakulärer als der Einzug sozialer Netzwerke in den Alltag der Menschen weltweit ist nur ihre Zerstörung, die man gerade live betrachten kann. Statt Wissen für alle triumphiert längst ein toxisches Gemisch aus Lüge, Hass und künstlich generierter Kreml-Propaganda im Kampf um die menschliche Aufmerksamkeit. Auch Google, einst eine Suchmaschine, ist heute ein Flickenteppich aus Sponsored Posts und KI-Ramsch, damit jedoch nur ein weiteres Beispiel von vielen für die Verschrottung des Internets. Analog zur Entwicklung der westlichen Gesellschaften hat sich nach einer kurzen Phase der Fortschrittshoffnungen auch im Netz der unverschleierte Kampf um Profit respektive Klicks und Nutzerdaten durchgesetzt. Noch einmal verstärkt seit den jüngsten Deregulierungen durch Tech-Bros und MAGA-Crew. Es ist auch längst egal, was man einst für Seiten, Inhalte und Accounts bei den jeweiligen Netzwerken abonniert hat, mehr und mehr bestimmt der Algorithmus selbst, was Nutzer zu sehen bekommen, um sie nur möglichst lange bei der Stange zu halten. Regelmäßig stellt man fest, dass man die letzte halbe Stunde damit verbracht hat, ungewollte Inhalte wegzuwischen, gegen die selbst eine Bierwerbung wie ein avantgardistisches Kunstwerk wirkt. Zwischen Teppichreinigungsvideos und alternativen Fakten soll man ruhig seinen Restverstand verlieren, solange man dafür nur eifrig weiterscrollt und damit den überhypten Sektor noch ein wenig am Leben hält. Denn entgegen aller Behauptungen haben sich Meta, Apple und Co. in den letzten Jahren doch vor allem als erstaunlich unvisionär erwiesen. Geradezu lächerlich verzweifelt die Versuche, nach Smartphone und den gängigen Plattformen das nächste große Ding zu wuppen. Momentan soll das die Ray-Ban-Brille von Meta sein, so legt es einem jedenfalls ein penetrant geschaltetes Werbe-Reel nahe. Noch ist fraglich, wer sich außer Spionen und Spannern für die Kamerabrille begeistern soll. Doch wir brauchen nun einmal immer neue Möglichkeiten, den Müll-Content zu erstellen – sei es mittels KI oder überteuerter Geheimagenten-Gadgets –, den man den Leuten längst nur noch mit Zwang unterschieben kann. Auf die Dauer wird man also auch um einen KI-Assistenten, der besser weiß als man selbst, was in den Einkaufskorb gehört, nicht herumkommen. Diskurs, Kritik und Fun total! Den neuen Debattenbeitrag »Best of Content« von Fabian Lichter gibt es jeden Sonntag nur bei TITANIC! Beitragsnavigation Italienisch als Amtssprache Frankfurt benennt lokalen Feiertag um