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Es wurde viel zu viel über die Täter gesprochen. Jetzt kommen endlich die Opfer zu Wort.

Foto-Archiv-Betreiber Ulrich Güstel hat alles verloren

Die sind in meine Server eingebrochen, die waren offen wie Scheunentore. Alles weg, die haben die ganzen Bilder weggenommen, die ich seit den geilen späten 80ern angehäuft habe. Keine Ahnung, wie so »www.fußfotos-direkt-xxx.de« überleben soll. Und dann noch Persönlichkeitsrechte. Das sind ja Fußbilder, die ich zum Teil ganz legal heimlich von meinen Nachbarn, von Fremden im Schwimmbad oder von Leuten in Umkleidekabinen gemacht habe, das wird plötzlich juristisch brisant. Ich bin am Ende, das ist, als würde dir jemand plötzlich den Fuß aus dem Mund wegziehen. Ich bin geschockt und immer noch erregt.

Rolf Lütterichs Indie-Streamingportal wurde gehackt

Es ist ohnehin schon schwer genug, gegen die Großen wie Amazon und Netflix zu bestehen, sobald man nischigere Themen bedient oder auch mal Abseitigeres aus Frankreich zeigen will. Das ist ein über viele Jahre hin kuratiertes Archiv aus Indie- und Arthouseproduktionen. Ich weiß nicht, ob fetteuter-abmelker.euskirchen-ev.de das überleben wird. Die haben alle unsere hardcore belastenden Daten. Die Kunden sind also alle weg. Und jetzt rümpfen Sie nicht die Nase: Ich liebe halt Filme, wenn das ein Verbrechen sein soll, dann nehmen Sie mich hier und jetzt fest. Legen Sie mir einfach diese Handschellen an, binden Sie mich an den Heizkörper und versohlen Sie mir den Arsch. Jetzt machen Sie schon!

Chefredakteur Torsten Gaitzschs Website wurde total verunstaltet

Bei Cyberhacking hört für mich der Spaß auf. Ich weiß nicht, wie es mit titanic-magazin.de weitergehen soll. Unsere sorgsam gepflegten Artikel wurden alle besudelt! Unsere über Jahre hinweg entstandenen Beiträge aus dem Bereich der Hochkomik wurden gegen billige Pennälerwitzchen ausgetauscht. Dann wurden die Personalakten angegriffen. Einstmals gut ausgebildete Genies, begabte Redakteure, wurden durch Schmierfinken und Cretins ohne Hochschulabschluss mit pathologischem Pornofimmel ersetzt. Und dann die Konten! Alles leer, restlos ausgeräumt, wir sind komplett pleite! Na ja, ich muss dann mal wieder an den Pool, wenigstens den konnten sie mir nicht nehmen.

Susanne Büdermanns, Mitarbeiterin des Aboservice eines Online-Portals, könnte alles verlieren

Unsere Leser schätzen Anonymität. So eine Sicherheitslücke kann für unseren Verlag das Aus bedeuten. Was, wenn die Abodaten in falsche Hände geraten? Schließlich wollen Sie doch nicht, dass der Nachbar oder Ihr Chef mitbekommt, dass Sie diesen Schund, diesen kompletten hirnverbrannten Stumpfsinn täglich konsumieren? So ein Datenverlust ist für uns der drohende Bankrott. Klar, es gibt immer noch den Print-Spiegel, aber wir nehmen halt doch sehr viel mit unserem Angebot auf spiegel.de ein. 

Friedrich M., Webseitenbetreiber, ist am Limit

Kein einziger Hack! Keine Cyberattacke! Nada! Nicht mal ein normaler Besucher hat sich auf meine Seite verirrt. Seit dem Bekanntwerden der Sicherheitslücke wurden auf bundeskanzler.de null Seitenaufrufe verzeichnet. Bin ich etwa Luft für Sie? Wissen Sie eigentlich, wie sich das anfühlt? Ich bin doch auch ein Mensch am Ende des Tages! Wo ist dieser hybride Krieg, von dem immer alle sprechen? Oha, da kommt einer. Charlotte! Besucher-Alarm! Hallloooooo! Willkommen auf bundeskanz… Moment … Seitenaufruf aus … Arnsberg. Ne, das bin wohl ich selber gewesen. Sapperlot.