Aus dem Leben gegriffen Wieder erwache ich im Dunkeln. ‚O Gott’, denke ich, ‚ich träume doch nicht noch immer? Bin ich etwa wieder in dem Aufwachraum für Schwarzfahrer? Dann will ich diesmal aber daran denken, meine Sachen mitzunehmen.’Die Tür geht auf. Herein kommt jedoch glücklicherweise nicht die asiatische Aufseherin, sondern ein gesetzter Herr in weißem Kittel, offensichtlich ein Mediziner. Er macht einen angestrengten, unwilligen Eindruck, als entledige er sich einer lästigen Pflicht, indem er sich um mich kümmert. Ist das dieser Dr. Flambeau? Wie bin ich in seine Praxis gekommen? Diese Fragen stelle ich ihm lieber nicht. Ohne etwas zu sagen, führt er verschiedene oberflächliche Untersuchungen durch, überprüft Pupillen, Puls und Herz.„Sie leiden an einer Aufwachhemmung“, stellt er abschließend fest. Ich wundere mich, dass eine von mir geträumte Figur so etwas sagt. „Möglicherweise haben Sie bei einem früheren Aufwachen etwas falsch gemacht.“Als ich ihn verständnislos anblicke, wird er ausführlicher: „Haben Sie oft Angstträume vorsätzlich beendet? Sie ahnen nicht, was dadurch alles durcheinander geraten kann! Jeder erwartet, daß diese Vorgänge immerzu vollautomatisch und reibungslos funktionieren. Bestimmt denken auch Sie, beim Aufwachen könne man nichts falsch machen, nicht wahr? Die Menschen stellen sich das alles so einfach vor! Wer macht sich beispielsweise schon Gedanken darüber, ob man etwa beim willentlich herbeigeführten Erwachen aus einem Albtraum sozusagen ‚rückstandslos’ aus der Gefahrenzone verschwindet oder ob man sein bemitleidenswertes Traum-Ich, immerhin ein mehr oder weniger autonomer Seelenbruchteil, von dem man sich in diesem Moment abspaltet, schmählich im Stich läßt? Sie könnten jetzt so ein Seelenbruchteil sein! Denken Sie einmal darüber nach!“ Beitragsnavigation »Was damals beim BND wirklich geschah«