Vom Fachmann für Kenner | Juni 2008


Geschichte heute

Morgens in der Münchener U-Bahn. ­Eine etwa sechzehnjährige Schülerin zu ihrem etwa zwanzigjährigen Bekannten: »Mist, wir schreiben heute ’ne Arbeit in Geschichte, Drittes Reich und so. Was könnte denn da abgefragt werden?«
Er: »Sicherlich kommt ’ne Frage zur Endlösung.«
Sie: »Wie?«
Er: »Die Judenvernichtung.«
Sie: »Ach so. Und dann muß ich schreiben, daß das nicht okay war?«
Er: »Nee, ich würde die einzigartige Systematik und das Ausmaß der Vernichtung erklären.«
Sie: »Ich sag ja: daß das nicht so okay war.«

Tobias Jelen

Anmerkung zu einem feministischen Theorem

Wenn Krawatten tatsächlich Phallussymbole wären, würde man sie bestimmt nicht verknoten.

Andrea Maisy

Sündhaft

Die Referentin des Seminars zum Thema »Zeitmanagement bei Abschlußarbeiten« erklärte, man solle sich nach getanem Tagwerk mit etwas belohnen, das man gerne mag. Daraufhin meldete sich eine Teilnehmerin, die sich als Studentin der katholischen Theologie vorstellte und im nächsten Atemzug folgende durchaus ernstgemeinte Frage stellte: »Darf ich mich denn auch bestrafen, wenn ich einmal nichts für die Uni gemacht habe?«

Valeska Schuh

Der, die, das

Als gesicherte Erkenntnis können wir ­soziolektübergreifend gelten lassen, daß das Wort »Bong« in allen drei grammatischen Genera verwandt werden kann. Es erscheint plausibel anzunehmen, daß dieses nur als kreative Ambiguität charakterisierbare Phänomen der flexiblen Zuordnung des grammatischen Geschlechts ­primär auf die psychischen Zustände beim Gebrauch besagten Gerätes zurückzu­führen ist. Wenn sich diese – in weiteren psycholinguistischen Untersuchungen zu prüfende – These als empirisch fundiert herausstellen sollte, müßte man sagen, »Bong« sei – in Anlehnung an den Begriff »lautmalerisch« – (grammatisch) ein ­geschlechtsmalerisches Wort und somit unzweifelhaft der wichtigste bislang bekannte Vertreter der Klasse der Grammati­kopoetika, die ich gestern abend beim, na, Sie wissen schon, erfunden habe.

Kai Becker

Darüber reden

Wichtig beim Sex ist auch, daß man hinterher darüber redet, daß man z.B. sagt: »Mama, die kann das einfach nicht.«

Christoph Span

Freier Wille

Zu der großen Frage, ob es einen freien Willen bzw. ein Bewußtsein gibt, habe ich seit längerem folgendes selbstausgedachtes Argument: Wenn ich eine Maschine wäre – warum sollte ich dann keine sein wollen? Folglich kann ich keine sein. Nun habe ich gemerkt, daß empirische Evidenz für mein Argument quasi überall auf der Straße liegt und in den Kneipen hängt: Man beobachte mal, wie Spiel-, Kaugummi- und andere Automaten malträtiert werden. An deren Stelle würde ich auch lieber bewußtlose Maschine bleiben.

Michael Höfler

Der Ton macht die Musik

Ein Freund von mir, ein sehr begabter Pianist, lebt seit einiger Zeit in den USA und begleitet dort verschiedene Aufführungen. Bei einer der ersten Vorstellungen begrüßte er den Fagottspieler mit einem freundlichen: »Ah, there is the Fagott!« Daß er das Wort hierbei englisch aussprach, war seiner späteren Ansicht nach der Grund dafür, daß er in dem Orchester keine Freunde mehr fand.

Frank Scheller

Namensschöpfung

Genesis heißt bekanntlich nicht nur die Schöpfungsgeschichte der Bibel, sondern auch eine englische Rockpopband. Aktu­elle Fotos der Musiker werfen allerdings die Frage auf, wer sich nach wem benannt hat. 

Thorsten Mausehund

Noch mal von vorne

Wenn der Mitbewohner mit dem Telefon am Ohr entnervt durch die Wohnung ­tigert und in gewissen Zeitabständen überdeutlich Schlüsselwörter wie »Service!« oder »Konto!« in den Hörer brüllt, so setzt er sich höchstwahrscheinlich gerade mit dem Tele­fon­computer eines größeren Dienstleistungsunternehmens auseinander. Wenn man dann im Vorbeigehen ein klar vernehmbares »Hauptmenü!« dazwischenschreit, ist einem zwar ein Schlag in die Magengrube oder die Weichteile gewiß; Spaß macht es aber trotzdem.

Josef Brinkmann

Mein Sommerdrink des Jahres

Zwei Drittel Cola Zero, ein Drittel Cola light, Eiswürfel dazu – fertig!

Mark-Stefan Tietze

Brett vorm Kopf

Als ich neulich bei der Morgenlektüre die recht konventionelle Anzeige las, die ein benachbarter Kneipen-DJ anläßlich der Geburt seines Sohnes in der Lokal­presse geschaltet hatte, nahm es mich wunder, wie sehr mich diese Allerweltsbotschaft bewegte. Eine diesbezüglich zu Rate gezogene Freundin erklärte mir, meine Ergriffenheit sei nichts ­Ungewöhnliches und habe ihre Ursache wahrscheinlich einzig in der Tatsache, daß meine Frau die Mutter des Kindes ist. Hätte ich auch selber drauf kommen können.

Klaus Weidenbrücher

Ein Fall für PETA!

Wie viele niedliche, kleine Schlümpfe müssen eigentlich für eine Kugel Schlumpf-Eis ihr Leben lassen?

Nico Walser

Cuisine-Tip

Wenn Sie die Qualität des Öls testen möchten, welches Ihnen in Restaurants mit medi­terraner Küche zum individuellen Verfeinern von Salaten zur Verfügung ­gestellt wird, empfiehlt sich eine einfache Methode: Lassen Sie einen Tropfen des Öls unauffällig auf eines Ihrer Kleidungsstücke fallen. Verschwindet der ­dadurch entstandene Fleck nach kurzer Zeit, ist das Öl verwässert. Wenn nicht, handelt es sich um Qualitätsware. Für diesen Test übrigens besonders geeignet: Seiden- oder Leinenhosen und vor allem Cashmere-Pullis von Armani.

Tim Wolff

Aufmerksamer Typ

Frauen haben, so ist mir aufgefallen, von wenigen Ausnahmen wie Strumpfmo­dels und Transen mal abgesehen, meist un­faß­bar, skurril, ja, zum Kichern kurze Beine. Echt! Da ich aber nicht glaube, daß dies in die Kategorie von Aufmerksamkeit fällt, auf die die Girls abfahren, behalte ich das mal lieber für mich.

Jan Böhmermann

Richtigstellung

Um mit einem weitverbreiteten medizinischen Irrtum aufzuräumen, der sich in den allgemeinen Sprachgebrauch derart eingeschlichen hat, daß so manchem Psychiater der Haarkranz zu Berge ­stehen dürfte: Menschen mit mehreren Persönlichkeiten als »schizophren« zu bezeichnen, ist schlichtweg falsch. Die korrekte diagnostische Bezeichnung hierfür ist vielmehr »multiple Persönlichkeitsstörung« beziehungsweise »dissoziative Identi­tätsstörung«. Mit Schizophrenie hat das nichts zu tun! Das wollten wir mal gesagt ­haben!

Moritz Veltmann & Co.

An den Verlesern sollt ihr sie erkennen

Hinterm Wiener Stephansdom firmiert der Schmuckhändler Frey Wille. Daß ich beim Lesen dieses Namens jedesmal in Richtung »Freier Wille« assoziiere, ­meine Freundin eher in Richtung »Free Willy«, sagt über die Verteilung des ­Intellekts in unserer Partnerschaft gar nichts aus; ich bin nur einfach der ­größere Angeber.

Michael Ziegelwagner

Umweltfreundlich

Wenn mein beruflicher und gesellschaftlicher Aufstieg weiterhin so rasant fortschreitet, wähle ich beim nächsten Autokauf ein Modell mit Hybrisantrieb.

Hendrik Wieduwilt

Ratgeber

Nachdem mein Versuch, die aktuelle Beziehung mit erotischen Inhalten aus dem World Wide Web etwas aufzupeppen, recht kläglich gescheitert war, war ich einige Zeit ratlos, bis ich in einem Warte­zimmer in einer Frauenzeitschrift den ­Hinweis las, daß es auf die ­meisten Frauen wie ein Aphro­disiakum wirke, wenn sich ihre Männer an der Hausarbeit betei­ligten. Flugs nutzte ich eine Abwesen­heit meiner Liebsten, um die ganze Wohnung auf Hochglanz zu ­bringen. Ihre Reaktion beim Nachhausekommen entsprach dann allerdings mit »Putzen deine Internet­schlampen jetzt schon für dich?« nicht ganz meinen Hoffnungen.

Helge Möhn

Paradigmenwechsel

Früher: »Nee nee, das ist kein Holz, das ist Laminat.« – »Echt? Sieht ja voll aus wie Holz!«
Heute: »Verdammt, nein! Das ist kein Laminat, das ist Echtholz!« – »Echt? Hab ich für Laminat gehalten. Weil: sieht so voll aus wie Holz.«

Volker Surmann

Heimliches Laster

Ein guter Freund erzählte mir, einige Wochen keinen Alkohol zu ­trinken, sei eine feine Sache: kein Kater mehr, die Leber könne sich erholen, auch sonst fühle er sich besser. Einen Haken gebe es aller­dings, denn mittlerweile wisse aufgrund der gängigen Alkoholsucht-Tests jeder, daß es ein typisches Trinkerkennzeichen sei, über einen längeren Zeitraum überhaupt keinen Alkohol zu trinken. Während er also sonst gewohnt sei, seinen Alko­holkonsum herunterzuspielen, sehe er sich plötzlich mit einer neuen Situation konfrontiert: die Abstinenz zu verheimlichen.

Friedrich Krautzberger

Geduld, bitte

Angesichts ihrer hervorragenden ­Plagiate elektronischer Geräte würde es mich nicht wundern, wenn die Chinesen in zehn Jahren eine Demokratie hätten, die genauso aussieht wie unsere, dabei aber besser funktioniert und nur die Hälfte kostet.

Björn Högsdal

Störung

Das Geräusch kam irgendwo aus dem vorderen Teil meines Wagens. Es klang, als ob jemand mit einem Strohhalm rhythmisch die letzten Tropfen aus einem Glas saugen würde. Beunruhigenderweise ­steigerte sich die Lautstärke, und hinzu gesellte sich ein Schleifton, der immer ­schriller und irrer wurde. Mit Warn­blinker fuhr ich im Schrittempo zur nächsten Halte­möglichkeit und stellte den Motor ab. Der Lärm blieb. Im lokalen »Freien Sender Kombinat« lief eine Industrial-Sendung. Ich fuhr erleichtert nach Hause, die Sendung wurde dann noch ganz gut.

Tina Schneider

Erziehungstip Nr. 232

Als die zweijährige Tochter sich ­weigerte, woanders als im elterlichen Bett zu schlafen, erklärten wir ihr, wie traurig doch Fred, ihr Riesenteddy, wäre, wenn sie nicht bei ihm schliefe. Dieses Argument überzeugte sie sofort. Seither schläft nicht nur die Tochter mit Fred, dem Riesen­teddy, im Ehebett, sondern natürlich auch Bibi, der Plüschaffe, und Anna, die ­Puppe, und man kann der Kleinen jeden Abend erklären, daß zumindest ihr Kran Kai, den sie immer wieder mit großen, tränenfeuchten Augen hinter sich her ins Schlaf­zimmer zieht, gar keine Gefühle hat und ­deshalb nicht traurig sein kann, wenn er als einziger ohne sie im Kinderzimmer schläft.

Thomas Winkler

Auf dem Flohmarkt

Die Schlange am Würstchenstand ist schon recht lang, als sich ein Punk mit einer ­riesigen Regenbogenfahne anstellt. ­Etwas geringschätzig, aber doch interessiert ­mustert ihn die ebenfalls wartende ­ältere Dame: »Junger Mann, darf ich fragen, wer gewonnen hat?«

Marcel Vega

 

Ratgeber Schmerz

Wer wie ich das Problem hat, sich bei ­unangenehmen Zahnarztbesuchen auf nichts anderes als die zu erwartende Pein konzentrieren zu können, dem lege ich folgenden Geheimtip ans Herz: einfach auf dem Weg zur Praxis ein parkendes Auto streifen, Fahrerflucht begehen und dann im Zahnarztstuhl völlig verängstigt bangen, ob sie einen wohl erwischen ­werden.

Christian Martin

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ganz ruhig, Heckler & Koch,

denn unser erster Gedanke, als wir im Redaktionsnetzwerk Deutschland die Schlagzeile »Patentstreit um neues Sturmgewehr: Heckler & Koch zieht vor Gericht« lasen, war: Hoffentlich nicht besagtes Sturmgewehr! Vor allem, weil es im Text weiter hieß: »Die US-Firma Magpul und Heckler & Koch treffen sich … im Düsseldorfer Landgericht.«

Findet so was zum Schießen: das mit krachenden Pointen geladene Magazin Titanic

 Und dass Sie, Ernst Paul Dörfler,

meinen, ein Buch auf den Markt bringen zu müssen, das da betitelt ist »Aufs Land«, finden Sie das nicht, unter uns gesagt, ein wenig: platt?

Fragen die Städter von Titanic

 Universitätsstadt Göttingen,

Universitätsstadt Göttingen,

natürlich: Deine wissenschaftlichen Errungenschaften sind unbestritten, die Liste Deiner Nobelpreisträger ist lang. Planck und Gauß liegen auf Deinen Friedhöfen. Wir kennen die Geschichten. Aber mal ehrlich: So viel Aufmerksamkeit wie letztens, als der an einer Riesenschildkröte erstickte Wels im Kiessee entdeckt wurde, hast Du seit einer halben Ewigkeit nicht bekommen. Deshalb solltest Du die Umbenennung in »Welsstadt Göttingen« zumindest in Erwägung ziehen. Alles andere wäre doch ziemlich undankbar.

Meinen die Welsbürger von Titanic

 Scheidender Innenminister Seehofer!

Angesichts der trotz Pandemie gut besuchten Stadien während der Fußball-EM haben Sie die Uefa kritisiert und schlussfolgerten: »Ich habe da ein bisschen den Verdacht, dass es um Kommerz geht.« Am selben Tag lasen wir in einem Tweet Ihres Innenministeriums: »BM Seehofer hat vereinsrechtliche Ermittlungsmaßnahmen gegen die Rockergruppierung ›Bandidos MC Federation West Central‹ angeordnet. Es besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen.«

Sind Sie angesichts dieser mutigen Verdächtigungen sicher, dass ein Mann mit Ihrem Scharfsinn sich aus der Politik zurückziehen sollte, Sherlock Horst?

Fragen die Verdachtsfälle von Titanic

 Wirtschaftsjournalist Philipp Krohn!

Es sei, dozieren Sie in einem FAZ-Kommentar, »von Vorteil, wenn der Wähler in einer Wahl ein breites Angebot hat. Stehen alle Parteien für dieselben Ideen, fehlt der Wettbewerb, sie zu schärfen.«

Das ist hübsch neoliberal überlegt. Allerdings trifft genau das Gegenteil zu: Erst wenn alle Parteien für dasselbe wären, müssten sie ihre Ideen »schärfen«, um sich voneinander abzuheben. So reicht ein Blick aufs nächstbeste Plakat, um sie alle für unwählbar zu halten.

Eh konkurrenzlos: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Geladen

Während eines nächtlichen Sommergewitters gerieten meine Freundin und ich unlängst in der Fensterfrage aneinander. Sie habe Angst vor Kugelblitzen, sagte sie, hätte es daher gerne geschlossen, ich hingegen, entgegnete ich, hätte zwar generell Verständnis für irrationale Ängste, aber doch nicht bei Treibhaustemperaturen im Zimmer. Nach einigem Hin und Her war sie dann schließlich doch von der Unsinnigkeit ihrer Angst überzeugt. Bei all der negativen Energie, die ich ausstrahlte, sagte sie, sei es schon sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Blitz ausgerechnet in meiner Nähe entladen würde. Geht doch.

Fabian Lichter

 Hat der

eigene Zynismus schon eine pathologische Stufe erreicht, wenn man im Tagesschau-Corona-Liveblog erst die Meldung liest: »UN: Zahl der Hungernden ist in der Pandemie gestiegen«, dann direkt darunter: »Gastgewerbe leidet nach Lockdown unter Personalmangel« und als Reaktion auf beides denkt: »Kein Wunder«?

Andreas Braune

 Wir Kinder vom Bahnhof ZOB

Im Rahmen der Bundesinitiative für gleichwertige Lebensverhältnisse soll auch in Filmförderung in strukturschwachen Regionen investiert werden. Erstes Projekt: ein weiteres Remake des Klassikers »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«, das diesmal jedoch die Jugend-Drogenszene in ländlichen Gebieten thematisieren soll. Titel siehe oben.

Julia Mateus

 Logisch

Wie nennt man es, wenn die am häufigsten gestellten Fragen zu einem Sachverhalt an zentraler Stelle beantwortet sind? – Das Themengebiet wurde weitgehend FAQiert.

Tina Manske

 G’schichtsstund’n

Ja mei, hört’s halt zu, ihr Hundskrüppel! D’ Junge Union wurd’ bereits 1947 gegründet, auch hier bei uns in Bayern. Die Sach’n ist aber die – des wissen heutzutag’ nur die wenigsten! –, dass die »JU« im Freistaat zwischenzeitlich einmal anders hieß, und zwar von Anfang der 60er bis in die frühen 70er Jahre. Als Franz Josef Strauß selig nämlich 1961 endlich zum Vorsitzenden der Christsozialen g’wählt war, nannten sich die jungen CSUler fortan nur noch »Franz Josef Boys«. Erst ein Jahrzehnt später wurde diese Umbenennung wieder z’rückg’nommen, nämlich aus diesen beiden Gründen: Erstens wollt’ man nicht in Verbindung g’setzt werden mit dem damals aufstrebenden Düsseldorfer Kunstverbrecher Joseph Beuys. Und zwoatens sahen sich d’ »Franz Josef Boys« durch die umstrittene Einführung des bayerischen Frauenwahlrechts im Jahr 1968 gezwungen, auch Weiber, also quasi »Girls« mitmachen zu lassen. So endete auch dieses rühmliche Kapitel bayerischer Geschichte, gell?

Moritz Hürtgen

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EUROliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 22.07.:

    In der Taz nimmt Stefan Gärtner Abschied von Mitte.

  • 16.07.:

    Moritz Hürtgen schreibt in der Taz über Entpolitisierung durch Hypnose.

  • 02.07.:

    Die Volksstimme fasst zusammen, was ein TITANIC-Titel in Michael Wendlers Kopf auslöste.

  • 30.06.:

    Im Spiegel-Interview (hinter der Bezahlschranke) lobt Otto Waalkes die TITANIC.

  • 29.06.:

    Zum 15. Todestag Robert Gernhardts widmet NDR Kultur dem TITANIC-Mitbegründer ein Audio-Feature.

Titanic unterwegs
06.08.2021 Erfurt, Kleine Synagoge Katharina Greve: »Antisemitismus für Anfänger«
08.08.2021 Hamburg, Zinnschmelze Ella Carina Werner
11.08.2021 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner
15.08.2021 Hofheim am Taunus, Stadtmuseum »Unkraut vergeht nicht«