Vom Fachmann für Kenner | August 2007


Diese Vögel!

Vögel sind doch nicht vernünftig. Gestern beim Laufsport sah ich auf dem Gehweg an der Donau so einen gefiederten Gesellen. Der sah mich, war recht verschreckt und hielt es für sicherer, auf die andere Seite des Gehwegs zu wechseln, allerdings nicht fliegend, sondern hüpfend. Was mich verwunderte, schließlich kann er doch fliegen. Als Mensch krabbel ich doch auch nicht über fünf Meter Entfernung, sondern gehe aufrecht, es sei denn, ich wäre noch ein kleines Kind, hätte einen Bandscheibenvorfall oder wäre betrunken. Jetzt die Conclusio: Der Vogel war nicht mehr klein, konnte also schon fliegen. Bandscheiben haben Vögel nicht. Hatte der kleine Scheißer sich also richtig schön einen reingestellt!

Bernhard Löwenberg

Nicht uninteressant

Wer schon immer mal wissen wollte, was die freundliche Schalterfrau der Hausbank wohl dazu sagt, daß man gerade exakt 3000 Euro auf seinem Konto gefunden hat, die einem ein prominenter, aber persönlich nicht bekannter Hamburger Millionär ein dreiviertel Jahr nach seinem Tod mit der Betreffzeile »Verauslagung« überwiesen hat – hier ist die Antwort:

»Buchen wir zurück. Dann sind Sie aber im Minus.«

Martin Graß

Auch wieder wahr

Als seine Frau sich auch nach wiederholtem Rufen partout nicht zu uns an den gedeckten Tisch gesellen mochte, wurde mein Freund Tobias rabiat: »Los jetzt, herkommen und essen! Wäsche aufhängen kannst du, wenn du tot bist!«

Mark-Stefan Tietze

Fortbildung

Weil ich ja weiß, daß es politisch nicht korrekt und ernährungswissenschaftlich fatal ist, lasse ich mich nur alle Jubeljahre einmal von meinem Heißhunger auf die Burgerkreationen der einschlägigen Fastfood-Ketten hinreißen und kenne längst nicht mehr die aktuellen Angebote und Fachtermini. Um so glücklicher war ich gestern über Nachhilfe: Nachdem ich rätselnd an dem Riesenplakat »Whopper your way« vorbeigeradelt war und mir schon vornahm, daheim unter »to whopper« im Dictionary nachzugucken, zeigten mir die den Gehweg pflasternden Burger-Einwickelpapiere, Pommes-Tüten und Trinkbecher, daß andere die Botschaft verstanden hatten. Was soll also das Pisa-Gerede über unsere Jugend?!

Rolf Karez

Chapeau!

Meine Erinnerungen an Jörg Immendorf beschränken sich auf eine kleine Episode, die mir erst jetzt, nach seinem Tod, jäh ins Gedächtnis geriet. Im Verlauf seiner langen Krankheit (ADS) wurde der geniale Maler von dem Berliner Neurologen Thomas Meyer (43, Charité) behandelt, der selbst auch Künstler ist und Gedichte schreibt, Immendorf aber letzten Endes (29.5.) nicht helfen konnte. Ihm, Meyer, macht niemand einen Vorwurf. Der Spezialist in Sachen ADS in Deutschland hat alles versucht und ist in Immendorfs letzten Jahren nicht zu Unrecht zum Hausfreund des Malerfürsten befördert worden. Zufällig ist er auch mir persönlich bekannt.

Ich kann folgende Aussage machen: Mitte der 80er Jahre lernten wir uns beide in der Nationalen Volksarmee kennen. Wir trafen uns einige Male zu äußerst exzessivem Lyrikaustausch und interessiertem Alkoholkonsum. Eines Morgens, als wir nach einem besonders kreativen Beisammensein aufbrachen, geschah es, daß mich, gerade als wir die Treppe aus meiner Dichtermansarde hinabstiegen, urplötzlich und ohne jede Vorankündigung ein derart kapitaler Brechreiz überkam, daß ich Thomas Meyer aus nächster Nähe von oben in den Nacken göbelte. Nie werde ich sein ehrlich erstauntes Gesicht vergessen, als er sich sehr langsam zu mir umwandte und sagte: »Du, Rayk?« Ich konnte nur wahrheitsgemäß antworten: »Thomas, tut mir leid, aber das hat echt nichts mit deinen Gedichten zu tun.«

Wortlos tauschten wir daraufhin, nach einem nicht ganz unverständlichen Begehren seinerseits, die Hemden. Das heißt, er streifte mein herrlich sauberes Hemd über, und ich mußte in dem fremden Hemd eines fremden Mannes, mit dem eigenen Auswurf auf dem Rücken, den Dienst antreten. Mag sein, das eine (Immendorf) hat mit dem andern (mir) weniger als nichts zu tun, aber ich finde bemerkenswert, wie Meyer in beiden Fällen vermocht hat, am Ende mit sozusagen sauberer Weste aus der Sache rauszukommen.

Rayk Wieland (72)

Aus meiner Krankenchronik

Allergietest-Ergebnis bekommen: Hopfenunverträglichkeit. Danach schwere Zweifel: Waren denn die Rauschzustände nach Biergenuß immer nur allergische Reaktion? Schließlich entschlossen mit Hyposensibilisierung für die Oktoberfest-Saison begonnen.

Thomas Winkler

Entführt

An einem grauen Morgen entdeckte ich beim Blick in den Spiegel eine Narbe auf meiner Stirn. Dieses senkrechte, etwa zwei Zentimeter lange Ding hatte ich da noch nie gesehen. Darauf angesprochen meinte ein Freund, das kenne man doch aus amerikanischen Klatschblättern: ­Aliens hätten mich während des Schlafs entführt, an meinem Gehirn rumge­doktert und mich durch ihre fortgeschrittene außerirdische Technologie zu einem ­völlig neuen, effizienten, erfolgreichen und ­starken Wesen gemacht. Nachdem ich die letzten Wochen jetzt mal drauf geachtet habe, kann ich aber sagen: Das war’s ­jedenfalls nicht.

Christian Martin

Der siebte Sinn der Kleinkünstler

Als Mittel zur Wettervorhersage hat der Schwalbenflug längst ausgedient. Am besten erkennt man heraufziehenden Regen daran, daß keine Jongleure auf der ­Wiese vor der Uni herumlungern.

Jan Freunscht

Marokko

Ein Freund hatte beim Frühstück in Marokko eine unglückliche Wahl getroffen und, da in den Flitterwochen, das Elend etliche Stunden zu unterdrücken gewußt; nun aber, von Bauchkrämpfen geplagt, war er in ein Hotel in Marrakesch gestürmt und erleichterte sich dort mit ­einem veritablen Knall. Die Akustik der Toilette war so eindrucksvoll, daß sofort ein aufgeregter Portier hineinplatzte und ­fragte: »Vous êtes bien, monsieur?« Er ­dachte, der Fremde hätte sich erschossen.

Florian Haymann

Hier lacht der Linguist

Wer bei Bastian Sick Fehler entdeckt, sollte die entsprechenden Zitate unbedingt mit [Sick!] kennzeichnen.

Dominik Mauer

Seitenlage

Der Ausdruck »Stabile Seitenlage« kommt daher, daß man dabei liegt. Das »Stabile Seitensitzen« harrt noch seiner Erfindung.

Thomas Tonn

Pompeji heute

Im Urlaub auch in Pompeji gewesen. Bei den Ausgrabungen hat man gefundene Hohlräume mit Gips ausgegossen und erhielt auf diese Weise die exakten Abbildungen verschütteter Menschen und ihrer angstverzerrten Gesichter. Am ­selben Abend durch die düsteren und ­engen Gassen Neapels gelaufen. Fünfjährige heizen auf Motorrollern über das Kopfsteinpflaster und spielen Fußgänger-Umsäbeln. Den Autos, die in diesen Gassen stehen, fehlen Spiegel, Radkappen und Stoßstangen; überall zerknautschte Kotflügel, Schrammen in den Blechen und tiefe Beulen in den Motorhauben. Ich finde, man sollte auch diese Beulen mal mit Gips ausgießen. Vermutlich erhielte man auch hier die exakten Abbildungen schmerzverzerrter Gesichter.

Volker Surmann

Konsequenz

Man soll aufhören, wenn’s am schönst

Andreas Schriewer

Notfall

im Philosophen-Krankenhaus: »Professor Habermas, bitte sofort auf die Ontologie!«

Christian Mathieu

Verkaufsargument

Während ich die Straße entlanggehe, tritt vor mir ein Mann im Ledermantel aus einem dunklen Second-Hand-Laden und schreitet zügig und entschlossen hinfort. Plötzlich stürzt ihm ein anderer hinterher, rempelt mich beinahe an und ruft: »Halt, na gut, dann nehmen Sie das Radio eben mit!« Der Ledermantel dreht sich um: »Ach, jetzt auf einmal? Obwohl Ihnen dafür sogar die aidskranken Neger im Busch mehr bieten würden?«

Tina Manske

Endlich mal!

Endlich habe ich, ansonsten bekannt für Schwarzmalerei und Pessimismus, etwas Positives, von dem ich berichten kann: meinen letzten Drogentest! Einen solchen kann man sich nämlich seit neuestem für fünf Euro im Münchner Hauptbahnhof aus einem »Med-o-Mat« genannten Automaten ziehen, und verpackt ist er in einem adretten Blechdöschen, das man nach dem Test sehr gut als Versteck für Kiffe plus Blättchen weiterverwenden kann.

Oliver Nagel

Gesundheitsratschlag

Kürzlich hatte ich nach einer durcheinandergesoffenen Nacht den schlimmsten Kater aller Zeiten. In meiner Verzweiflung rief ich meinen Homöopathen an, der mir riet: »Brühen Sie sich eine große Kanne Brennesseltee und trinken Sie ungezuckert soviel wie möglich davon. Außerdem ist Weißbrot oder Zwieback gut, das saugt den Restalkohol etwas auf.« Nach dem Telefonat bin ich sofort in die Küche gegangen und habe zwei Ibu­profen mit einem großen Glas Rosé runtergespült. Und ob Sie’s glauben oder nicht: Nach einer halben Stunde war der Kater weg!

Moses Wolff

Himmel und Hölle

Es gibt vermutlich deswegen so wenig muslimische Selbstmordattentäterinnen, weil Frauen die Vorstellung eines ewigen Lebens mit einer Schar in der Kunst der Liebe völlig ungeübter 16jähriger Jungs nicht besonders verlockend finden.

Sebastian Mecklenburg

Vorläufig

Wie man kürzlich erfahren konnte, bringt der Internet-Dienstleister Google demnächst ein neues Alphabet auf den Markt. Es soll zunächst als Betabet veröffentlicht werden.

Gisbert Amm

Reisebericht

Lästiger Verpflichtungen halber mußte ich neulich nach Opladen rüber, in jenen Ort also, welcher die Beatles damals zu ihrem Lied »Opladi, Oplada« animiert hat. Allerdings nur zum Titel, die Folgezeile »life goes on« kann mit Opladen nichts zu tun haben, das ist unmöglich, da müssen die Beatles schon weitergereist sein, nach Köln oder so. Mich hat das leblose Opladen ja auch lediglich zu diesem Text hier inspiriert. Mehr war da einfach nicht drin.

Thomas Schaefer

Tip für Autobastler

Opel Kadett + Opel Corsa = Opel Corsett

Wolfgang Beck

Im Chinarestaurant

Weil mein Freund ein besonderer Lieb­haber echter chinesischer Spezialitäten und zudem auch der Bekannte eines chinesischen Restaurantinhabers ist, durfte ich neulich neben Schweineohren, Hühnerfüßen und Kutteln auch ein undefinierbares schwarzbraunes, rechteckig zugeschnittenes wabbeliges Irgendwas genießen.

Zur Kellnerin: »Was ist das hier eigent­lich?«

Sie: »Ja, ich weiß nicht. Ist gesund.«

Nach ihrer Rückkehr aus der Küche und dort offenbar eingeholten Auskünften:

»Ja, ich weiß nicht. Hauptsache, es schmeckt gut.«

Der zweite Kellner, auf schon drängendere Nachfrage, freundlich-tröstend:

»Ja, ich weiß nicht. Ich kann Ihnen aber das nächste Mal die Packung zeigen.«

Ich freu’ mich drauf.

Leo Fischer

Dialog mit einem Freund

Ich: Die schönsten Sachen im Leben sind umsonst!

Freund: Und was ist mit Sex?

David Sowka

Spitzenerzeugnis

Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht bin ich den Botschaften der Werbung doch zugänglicher als angenommen: »Ein ­helles Exportbier, weich, spritzig und frisch zugleich, aus edelsten Rohstoffen gebraut. Das Spitzenerzeugnis altbayerischer Braukunst. Ein Hochgenuß für jeden Bierkenner.« Jedenfalls – ich glaube ihnen jedes Wort.

Friedrich Krautzberger

Schöner Wohnen

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß die Wohnungen in sämtlichen »Deko-Soaps« viel geräumiger wirken, sobald die dicken Moderatorinnen aus ihnen verschwunden sind?

Katinka Buddenkotte

Kein Wunder

Seit ich in der Schule mit Michael-Ende-Verfilmungen gefoltert wurde, bin ich doch ein wenig momophob.

David Schaible

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUROliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt